Gedenken an ermordete indigene Menschen: Familien fordern mehr Schutz vor Gewalt
Finn WolfGedenken an ermordete indigene Menschen: Familien fordern mehr Schutz vor Gewalt
Angehörige vermisster und ermordeter indigener Menschen kommen in dieser Woche zusammen, um ihrer verlorenen Lieben zu gedenken. Die Veranstaltungen markieren den nationalen Aktionstag für die Bewegung der vermissten und ermordeten indigenen Völker (MMIP) am 5. Mai. Viele fordern entschlossenere Maßnahmen, um der hohen Gewaltbereitschaft entgegenzuwirken, der indigene Gemeinschaften in den gesamten USA ausgesetzt sind.
Indigene Amerikaner:innen und Alaska Natives erleben Gewaltverbrechen mehr als doppelt so häufig wie der Rest der Bevölkerung. Für indigene Frauen ist das Risiko, ermordet zu werden, doppelt so hoch wie bei anderen Gruppen. Diese Ungleichheiten haben Familien wie die von Denise Porambo zerstört – ihre 24-jährige Tochter Destiny Jeriann Whiteman wurde im August 2022 im Ute-Mountain-Ute-Reservat in Colorado getötet.
Die 18-jährige Nichte von Grace Bulltail, Kaysera Stops Pretty Places, wurde im August 2019 tot im Crow-Reservat in Montana aufgefunden. 2023 verlor Jessica Montoya ihren 16-jährigen Sohn Jamian Reval in der Jicarilla-Apache-Nation in New Mexico. Diese Fälle spiegeln eine tiefgreifende Krise wider: Bis Ende 2025 gab es fast 1.500 aktive Bundesermittlungen zu vermissten indigenen Amerikaner:innen.
2020 unterzeichnete Präsident Trump Savanna’s Act und den Not Invisible Act, um die Datenerfassung und die Reaktionen der Strafverfolgungsbehörden in indigenen Gebieten zu verbessern. Doch die Umsetzung verlief langsam und ungleichmäßig. Das US-Innenministerium hat seitdem eine Taskforce eingerichtet, die sich mit Gewaltverbrechen in diesen Gemeinschaften befasst – mit Fokus auf besseres Fallmanagement und Strafverfolgung. Dennoch drängen Familien und Aktivist:innen weiter auf schnellere und wirksamere Reformen.
Die Zusammenkünfte in dieser Woche unterstreichen die anhaltende Forderung nach Gerechtigkeit und strukturellen Veränderungen. Eine bessere Datenerfassung, stärkere Maßnahmen der Strafverfolgung und Gemeinschaftsschutz bleiben entscheidend. Ohne weitere Schritte wird der Kreislauf der Gewalt gegen indigene Völker nicht enden.






