06 May 2026, 15:03

Mexikos Asylanträge brechen um 41 Prozent ein – doch die Probleme bleiben

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Mexikos Asylanträge brechen um 41 Prozent ein – doch die Probleme bleiben

Mexikos Asylsystem verzeichnet deutlichen Rückgang der Anträge

In Mexiko ist die Zahl der Asylanträge im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Neue Zahlen zeigen einen Rückgang um 41 Prozent im letzten Quartal 2025 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024. Trotz dieses Rückgangs sehen sich Tausende Geflüchtete weiterhin mit ernsten Herausforderungen konfrontiert, während sie auf eine Entscheidung in ihrem Verfahren warten.

Eine aktuelle Umfrage des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) offenbart zudem besorgniserregende Sicherheitsprobleme: Fast vier von zehn Befragten gaben an, während ihres Aufenthalts in Mexiko Straftaten wie Diebstahl, Entführung oder psychologische Gewalt erlebt zu haben.

Von Oktober 2020 bis August 2025 bearbeitete die Mexikanische Flüchtlingshilfekommission (Comar) regelmäßig über 4.000 Asylanträge pro Monat. Doch gegen Ende 2025 gingen die Zahlen zurück. Im letzten Quartal des Jahres registrierte Comar 11.944 neue Anträge – ein Rückgang um fast 10 Prozent gegenüber den vorherigen drei Monaten.

Im ersten Quartal 2026 gingen 10.205 neue Gesuche ein, womit sich der abwärtsgerichtete Trend fortsetzte. Im Januar 2026 wurden 3.711 Anträge gestellt, fast genauso viele wie die 3.937 im Januar 2019. Die monatlichen Zahlen haben sich nun auf einem Niveau stabilisiert, wie es zuletzt Anfang 2019 zu beobachten war.

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Die meisten Anträge stammen weiterhin aus dem Süden Mexikos, wobei über die Hälfte in Tapachula eingereicht wird. Stand 30. Juni 2025 lebten 172.237 Asylsuchende im Land, viele von ihnen konzentriert in Mexiko-Stadt und der Metropolregion. Dennoch bleibt die Integration schwierig, vor allem wegen fehlender gültiger Aufenthaltspapiere.

Sicherheit ist ein weiteres drängendes Problem. Die UNHCR-Umfrage ergab, dass 39 Prozent der Befragten Straftaten wie Erpressung, Betrug oder Einschüchterung erlebt hatten. Diese Vorfälle unterstreichen die anhaltenden Risiken, denen Geflüchtete selbst nach ihrer Ankunft in Mexiko ausgesetzt sind.

Der Rückgang der Asylanträge markiert eine deutliche Veränderung gegenüber den Vorjahren. Bei sinkenden Neuanträgen, aber anhaltenden Integrations- und Sicherheitsherausforderungen steht Mexikos Flüchtlingssystem weiterhin unter Druck. Behörden und Hilfsorganisationen beobachten die Lage weiterhin genau, während Tausende in Unsicherheit ausharren.

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