Geburtenkrise in Deutschland: Warum der Osten immer älter wird als der Westen

Admin User
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Ein kleines Baby in einer Wiege.

Geburtenkrise in Deutschland: Warum der Osten immer älter wird als der Westen

Deutschlands Geburtenraten sinken seit Jahrzehnten – die Kluft zwischen Ost und West wird größer Die Geburtenzahlen in Deutschland gehen seit Jahrzehnten zurück, wobei sich die Unterschiede zwischen Ost und West weiter verstärken. Die Wiedervereinigung 1990 brachte tiefgreifende Veränderungen mit sich, darunter einen drastischen Einbruch der Geburtenrate in Ostdeutschland. Heute ist das Durchschnittsalter im Osten höher, und die Geburtenzahlen liegen weiterhin unter denen im Westen. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung stürzte die Geburtenrate in Ostdeutschland von 1,52 auf nur noch 0,77 Kinder pro Frau ab. Dieser starke Rückgang war auf Unsicherheit, wirtschaftliche Härten und die Abwanderung junger Frauen in den Westen zurückzuführen, was zu einem Rückgang der Zahl potenzieller Mütter im Osten führte. Seit 1991 haben etwa 727.000 junge Menschen Ostdeutschland in Richtung Westen verlassen – und die demografische Schieflage damit weiter verschärft. Die Geburtenzahlen in Deutschland sinken weiterhin. 2024 wurde die niedrigste Geburtenzahl seit 2013 verzeichnet. Aktuell weist Niedersachsen mit 1,42 Kindern pro Frau die höchste Geburtenrate auf, während Sachsen die wenigsten Geburten verzeichnet. Im Osten liegt Brandenburg mit 1,34 an der Spitze, Sachsen mit 1,22 am unteren Ende. Diese ungleiche Entwicklung trägt zur Überalterung bei, insbesondere im Osten, wo das Durchschnittsalter 2024 bei 47,6 Jahren liegt – im Vergleich zu 44,5 Jahren im Westen. Die niedrigen Geburtenraten, vor allem in Ostdeutschland, bleiben ein Grund zur Sorge. Das Durchschnittsalter steigt weiter an, und eine Erholung der Geburtenzahlen ist nicht in Sicht. Um diesen Trend umzukehren und eine demografische Balance zwischen Ost und West zu fördern, wird es entscheidend sein, wirtschaftliche Unsicherheit, hohe Arbeitslosigkeit und die Abwanderung junger Menschen anzugehen.