Gebrauchtwagenmarkt 2025: Stabile Nachfrage trotz sinkender Elektroauto-Preise
Sebastian VoigtGebrauchtwagenmarkt 2025: Stabile Nachfrage trotz sinkender Elektroauto-Preise
Deutschlands Gebrauchtwagenmarkt bleibt Anfang 2025 robust
Im ersten Quartal 2025 zeigt sich der deutsche Gebrauchtwagenmarkt weiterhin stabil: Die Zahl der Fahrzeugübertragungen stieg im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent. Rund 6,48 Millionen Fahrzeuge wechselten den Besitzer – ein Zeichen für die anhaltend starke Nachfrage. Allerdings sind die Preise leicht von ihren Höchstständen 2023 zurückgegangen und liegen nun im Schnitt bei etwa 27.800 Euro.
Die jüngsten Entwicklungen auf dem Markt lassen sich auf den globalen Chipmangel im Jahr 2021 zurückführen. Produktionsverzögerungen führten dazu, dass Autohäuser weniger Neuwagen vorrätig hatten, während die Lieferzeiten auf sechs bis achtzehn Monate anstiegen. Schätzungen zufolge rollten in jenem Jahr sieben bis elf Millionen weniger Fahrzeuge von den Fließbändern.
Diese Knappheit trieb die Gebrauchtwagenpreise in die Höhe: Zwischen 2021 und 2022 stiegen die Durchschnittswerte um etwa 19 Prozent. Besonders gefragt blieben SUVs wie der VW Tiguan, der BMW X1 und der Audi Q3, die ihren Wert besser hielten als viele andere Modelle. Anfang 2025 haben sich die Preise jedoch um etwa 5 Prozent von ihrem Höchststand 2023 entfernt.
Bei Elektrofahrzeugen sieht die Lage anders aus. Hohe Leasingquoten führten zu einem Überangebot an gebrauchten E-Autos auf dem Markt, doch die Käufer bleiben zurückhaltend. Bedenken hinsichtlich der Batterielebensdauer und der Ladeinfrastruktur dämpfen die Nachfrage. Dreijährige rein elektrisch betriebene Fahrzeuge erreichen heute nur noch etwa 50 Prozent ihres Neupreises – im Vergleich zu 63,5 Prozent bei Benzinern und 62,2 Prozent bei Dieselfahrzeugen.
Trotz dieser Herausforderungen wechseln Gebrauchtwagen schneller den Besitzer als vor der Pandemie. Ein durchschnittliches Fahrzeug steht heute rund 57 Tage beim Händler – deutlich weniger als in der Zeit vor 2020.
Der Gebrauchtwagenmarkt zeigt sich damit widerstandsfähig: Die Umsatzzahlen steigen, und die Preise stabilisieren sich nach den früheren Ausschlägen. SUVs bleiben besonders gefragt, während Elektroautos mit Hindernissen wie Batteriebedenken und Ladeproblemen kämpfen. Gleichzeitig verkaufen Händler ihre Bestände schneller als noch vor der Pandemie.






