Falsche Haftstrafe für Islam-Beleidigung: Warum diese Spanien-Lüge viral geht
Sebastian VoigtFalsche Haftstrafe für Islam-Beleidigung: Warum diese Spanien-Lüge viral geht
Falsche Behauptung verbreitet sich online: Spanien verhängt angeblich fünf Jahre Haft für Beleidigungen des Propheten Mohammed oder des Islam
Ein falscher Vorwurf macht derzeit im Netz die Runde: Demnach drohe in Spanien eine fünfjährige Haftstrafe für die Beleidigung des Propheten Mohammed oder des Islam. Der virale Beitrag enthält ein KI-generiertes Bild des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der einen Koran in den Händen hält. Faktenchecker haben bestätigt, dass die Aussage vollständig erfunden ist.
Die irreführende Behauptung tauchte zunächst in arabischsprachigen Posts auf, bevor sie vom spanischen Politiker Miguel Pinto Pereira geteilt wurde – der sie fälschlicherweise als wahr einordnete. Der virale Beitrag behauptet, in Spanien drohe jedem, der den Propheten Mohammed oder den Islam beleidigt, eine fünfjährige Gefängnisstrafe. Doch ein solches Gesetz existiert im spanischen Strafgesetzbuch nicht. Die spanischen Regelungen zur Meinungsfreiheit sehen keinen besonderen Schutz für den Islam oder eine bestimmte religiöse Figur vor.
Ein zum Post gehörendes Bild zeigt Sánchez mit einem Koran – doch dieses wurde künstlich mit KI erstellt. Es gibt keine glaubwürdigen Aufzeichnungen, dass der Ministerpräsident die ihm zugeschriebenen Aussagen jemals getätigt hat. Mehrere Faktencheck-Organisationen haben die Behauptung widerlegt und bestätigt, dass er diese Worte nie gesprochen hat.
Die Falschmeldung begann mit arabischsprachigen Beiträgen, bevor sie in der von Pinto Pereira geteilten Version weiterverbreitet wurde. Der Politiker teilte den Post in dem Glauben an dessen Richtigkeit und verstärkte so die Desinformation. Die Behauptung bleibt grundlos – ohne rechtliche oder tatsächliche Grundlage. Das KI-generierte Bild und das erfundene Zitat wurden als Teil einer koordinierten Desinformationskampagne entlarvt. Behörden und Faktenchecker warnen weiterhin davor, ungeprüfte Inhalte online zu verbreiten.






