Fachkräftemangel in Deutschland: Warum internationale Studierende oft scheitern
Sebastian VoigtFachkräftemangel in Deutschland: Warum internationale Studierende oft scheitern
Deutschland kämpft mit wachsendem Fachkräftemangel
Deutschland bleibt das beliebteste nicht-englischsprachige Zielland für internationale Studierende – über die Hälfte von ihnen ist in MINT-Studiengängen eingeschrieben. Doch trotz dieses Potenzials an Nachwuchskräften schafft nur ein Bruchteil den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Wer jedoch eine Stelle findet, hat dreimal bessere Chancen auf eine Anstellung als Migrant:innen, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisen.
Studierende, die praktische Erfahrungen sammeln – etwa durch Praktika, industriebezogene Abschlussarbeiten oder fachnahe Nebenjobs –, steigern ihre Jobaussichten deutlich. Doch finanzielle Zwänge drängen viele in nicht relevante Tätigkeiten, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verringert. Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle: Selbst in englischsprachigen Positionen erhöht ein gutes Deutsch die Beschäftigungsmöglichkeiten erheblich.
Aktuell geben nur 15 Prozent der internationalen Studierenden an, dass ihr Studium verpflichtende Deutschkurse vorsieht. Diese Lücke könnte erklären, warum viele nach dem Abschluss keine Arbeit finden. Dennoch entscheiden sich diejenigen, die einen Job erhalten, oft für einen längeren Aufenthalt: 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur kurzfristig bleiben wollten, blieben schließlich dauerhaft in Deutschland. Wer über ein Hochschulstudium einwandert, möchte zudem 1,6-mal häufiger langfristig bleiben als andere Migrant:innen.
Der Mangel an MINT-Fachkräften in Deutschland wird sich verschärfen, da immer mehr Beschäftigte in Rente gehen. Internationale Studierende, von denen viele bereits in gefragten Bereichen ausgebildet werden, könnten die Lücke schließen – vorausgesetzt, sie sammeln relevante Berufserfahrung und verbessern ihre Deutschkenntnisse. Ohne bessere Integration in den Arbeitsmarkt riskiert das Land jedoch, wertvolles Fachpersonal zu verlieren.






