31 March 2026, 18:04

Experte warnt vor unrealistischen Plänen zur Rückkehr syrischer Geflüchteter bis 2029

Ein Plakat mit einer Karte von Syrien und Daten zu внутренне vertriebenen Personen aufgrund von Gewalt, begleitet von erklärendem Text und Diagrammen.

Experte warnt vor unrealistischen Plänen zur Rückkehr syrischer Geflüchteter bis 2029

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration hat Pläne zur Rückführung syrischer Geflüchteter scharf kritisiert. Winfried Kluth warnte, der Vorschlag von Bundeskanzler Friedrich Merz, 80 Prozent von ihnen innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückzuführen, wecke falsche Hoffnungen. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, die Interessen der Geflüchteten mit den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarktes in Einklang zu bringen.

Bundeskanzler Merz und der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa streben an, dass die Mehrheit der syrischen Geflüchteten in Deutschland bis 2029 zurückkehrt. Stand März 2026 leben rund 936.000 Syrerinnen und Syrer im Land, davon sind über 700.000 vor dem Bürgerkrieg geflohen. Viele haben sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut, arbeiten in Jobs und schicken ihre Kinder zur Schule.

Kluth argumentierte, der Plan schaffe Unsicherheit bei den Betroffenen. Zwar räumte er ein, dass Syrien Unterstützung beim Wiederaufbau benötige, doch ende der humanitäre Schutz erst, wenn für Rückkehrer keine Gefahren mehr bestünden. Aktuell erschweren anhaltende Gewalt in den nördlichen und nordöstlichen Regionen sowie prekäre wirtschaftliche Bedingungen eine sichere Rückkehr.

Der Experte verwies zudem auf die verheerenden Zustände in Syrien, wo es an Wohnraum, Infrastruktur und Arbeitsplätzen mangelt. Die Einschätzung, ob eine Rückkehr tatsächlich sicher sei, bleibe eine große Herausforderung, so Kluth. Er forderte einen behutsamen Ansatz, der sowohl die Situation der Geflüchteten als auch die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarktes berücksichtigt.

Die Rückführungspläne stoßen auf Kritik an ihrer Umsetzbarkeit und den Folgen für die Geflüchteten. Kluths Äußerungen unterstreichen die Komplexität einer Rückkehr in ein Land, das weiterhin von Konflikt und Instabilität geprägt ist. Die Debatte darüber, wie die Bedürfnisse der Geflüchteten und des Arbeitsmarktes in Einklang gebracht werden können, dauert derweil an.

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