Ex-Mitarbeiterinnen verklagen Sheriff-Büro wegen fragwürdiger Einstellungspraktiken und Whistleblower-Repressalien
Julian HartmannEx-Mitarbeiterinnen verklagen Sheriff-Büro wegen fragwürdiger Einstellungspraktiken und Whistleblower-Repressalien
Das Sheriff-Büro des Washtenaw County sieht sich mit zwei Klagen ehemaliger Mitarbeiterinnen konfrontiert, die behaupten, sie seien entlassen worden, weil sie auf problematische Einstellungspraktiken hingewiesen hatten. Beide Klägerinnen arbeiteten in der Personalabteilung und werfen dem Büro vor, nach der Äußerung von Bedenken gegenüber der Einstellung unqualifizierter Bewerber bestraft worden zu sein.
In einer der Klagen werden zudem Vorwürfe wegen Alters- und Rassendiskriminierung erhoben, verbunden mit dem Vorwurf der Repressalien gegen Whistleblower.
Die erste Klage wurde von Chamane Williams eingereicht, einer ehemaligen HR-Mitarbeiterin. Sie behauptet, ein neues Einstellungsverfahren, das im Februar 2025 eingeführt wurde, habe sie unter Druck gesetzt, Bewerber zu genehmigen, die den staatlichen Standards nicht entsprachen. Nachdem sie ihre Bedenken geäußert hatte, wurde sie in den bezahlten Sonderurlaub versetzt.
Williams wurde im März 2026 schließlich entlassen. Das Sheriff-Büro begründete die Kündigung mit Verstößen im Zusammenhang mit einem stellvertretenden Beamten, der ohne gültige Lizenz gearbeitet habe. Zudem warf man ihr vor, in dieser Angelegenheit unaufrichtig gewesen zu sein.
Die zweite Klage stammt von einer weiteren Ex-Mitarbeiterin, die angibt, aufgrund ihres Alters, ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Whistleblower-Aktivitäten entlassen worden zu sein. Beide Klägerinnen argumentieren, sie seien gefeuert worden, nachdem sie sich geweigert hätten, unqualifizierte Kandidaten ohne Prüfung durchzuwinken. Die Klagen beschreiben zudem ein Muster der Schikane gegen Mitarbeiter, die sich gegen Unregelmäßigkeiten bei Einstellungen aussprachen.
Sheriff Alyshia Dyer verteidigte die Praktiken ihrer Behörde und betonte, diese entsprächen den staatlichen Vorschriften und hätten kürzliche Prüfungen bestanden. Das Büro hält viele der in den Klagen erhobenen Vorwürfe für unzutreffend.
Trotz der Stellungnahme der Sheriff-Behörde laufen die juristischen Verfahren weiter, wobei beide Fälle sich auf mutmaßliche Verstöße gegen den Whistleblower-Schutz konzentrieren.
Die Klagen verdeutlichen die Spannungen zwischen ehemaligen HR-Mitarbeitern und dem Sheriff-Büro in Bezug auf die Einstellungspraxis. Die Ergebnisse der Verfahren könnten Auswirkungen darauf haben, wie künftig Whistleblower-Beschwerden innerhalb der Behörde behandelt werden. Derweil steht das Sheriff-Büro weiterhin hinter seinem Einstellungsverfahren und weist den Großteil der Vorwürfe zurück.






