Evonik erhöht Methionin-Preis um 10 % – Dividende und Nachhaltigkeitslösungen im Fokus
Charlotte RichterEvonik erhöht Methionin-Preis um 10 % – Dividende und Nachhaltigkeitslösungen im Fokus
Evonik hat den weltweiten Preis für sein Methionin-Produkt MetAMINO® um 10 Prozent erhöht. Damit kehrt das Unternehmen eine jahrelange Abwärtsspirale um, die durch Überangebot und sinkende Rohstoffkosten ausgelöst worden war. Gleichzeitig führte Evonik eine neue PFAS-freie Anti-Graffiti-Lösung ein, die den verschärften Umweltvorschriften in Europa und Nordamerika entspricht.
Die Aktionäre erhalten für das Jahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro pro Aktie. Ab 2026 gilt eine überarbeitete Ausschüttungspolitik. Der Aktienkurs stieg kürzlich aufgrund einer Methionin-Knappheit, die mit den Spannungen im Nahen Osten zusammenhängt. Analysten warten nun auf den Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 am 8. Mai, der weitere finanzielle Details liefern soll.
Zwischen März 2024 und März 2026 wuchs der globale Methionin-Markt jährlich stabil um 4 bis 6 Prozent. Besonders in Asien und Lateinamerika stieg die Nachfrage – vor allem in der Geflügel- und Schweinezucht. Die früheren Preissenkungen im Jahr 2024 waren auf ein Überangebot chinesischer Hersteller sowie günstigere Mais- und Sojapreise zurückzuführen. Ab 2025 stabilisierten sich die Preise wieder, da die Nachfrage nach Futtermitteln nach den Vogelgrippe-Ausbrüchen zurückkehrte.
Die jüngste Preiserhöhung für MetAMINO® um 10 Prozent folgt auf eine Angebotsverknappung, die mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zusammenhängt. Diese Entwicklung sollte die EBITDA-Margen von Evonik im Bereich Tierfutter verbessern, zumal die Energiekosten stabil bleiben. Das Unternehmen hält an seiner EBITDA-Prognose für 2026 in Höhe von 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro fest – trotz einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von nur 6,1 Prozent im Jahr 2025, was deutlich unter dem mittelfristigen Ziel von 11 Prozent liegt.
Evonik hat zudem seine Dividendenpolitik angepasst: Die Ausschüttung für 2025 bleibt bei 1,00 Euro pro Aktie, ab 2026 sollen jedoch 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses ausgeschüttet werden. Das Interesse institutioneller Anleger bleibt hoch – erst kürzlich meldete Goldman Sachs eine Stimmrechtsmitteilung. Der anstehende Bericht am 8. Mai wird zeigen, wie sich die Preiserhöhung und die neuen Produkte auf die Erträge und die ROCE-Entwicklung auswirken.
Neben dem Tierfutterbereich erweitert Evonik mit einer neuen PFAS-freien Anti-Graffiti-Beschichtung sein Sortiment an Spezialchemikalien. Das Produkt erfüllt strenge Umweltauflagen und unterstreicht den Fokus des Unternehmens auf nachhaltige Lösungen.
Die Methionin-Preiserhöhung und die Markteinführung neuer Produkte sollen die finanzielle Performance von Evonik stärken. Anleger werden den Bericht vom 8. Mai genau verfolgen, um Anzeichen für verbesserte Margen und Fortschritte beim ROCE zu erkennen. Mit der überarbeiteten Dividendenpolitik und der anhaltenden Unterstützung durch institutionelle Investoren passt sich das Unternehmen weiterhin den Markt- und Regulierungsveränderungen an.






