EU verbietet KI-generierte Bilder – doch ist das der richtige Weg?
Julian HartmannEU verbietet KI-generierte Bilder – doch ist das der richtige Weg?
Die Europäische Union hat ein striktes Verbot von vollständig KI-generierten Bildern und Videos in ihren offiziellen Mitteilungen eingeführt. Die Regelung gilt für die Europäische Kommission, das Parlament und den Rat. Laut der neuen Richtlinie darf künstliche Intelligenz nur zur Aufwertung bereits vorhandenen Bildmaterials eingesetzt werden – nicht jedoch zur Neuerstellung.
Mit der Entscheidung soll die "Authentizität" in der öffentlichen Kommunikation der EU gewahrt werden. Beamte sind überzeugt, dass dies das Vertrauen in ihre Botschaften stärken wird. Kritiker hingegen sehen darin eine verpasste Chance, vorzuführen, wie KI verantwortungsvoll und transparent genutzt werden kann.
Fachleute wie Walter Pasquarelli, Berater der OECD und Forscher an der Universität Cambridge, haben sich gegen das Verbot ausgesprochen. Er argumentiert, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit KI besser sei als ein vollständiger Verzicht. Unterdessen setzen Politiker außerhalb der EU bereits auf die Technologie: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsende 36 KI-generierte Beiträge auf Truth Social geteilt. Bundeskanzler Friedrich Merz veröffentlichte auf Instagram ein KI-erstelltes Tanzvideo, um auf die Risiken künstlicher Intelligenz aufmerksam zu machen. Ungarns Ministerpräsident geht noch einen Schritt weiter und integriert Deepfake-Videos in seine offizielle Kommunikation.
Die neue EU-Politik beschränkt den Einsatz von KI auf die Bearbeitung bestehender Bilder und verbietet die Erstellung neuer Inhalte. Dieser Ansatz steht im Kontrast zu anderen Führungspersönlichkeiten, die bereits mit KI-generierten Inhalten experimentieren. Das Verbot unterstreicht zwar den Fokus der EU auf Vertrauen, wirft aber Fragen zur künftigen Rolle der KI in der politischen Kommunikation auf.






