EU setzt Influencer auf ihre Agenda – doch nicht jeder darf mitmachen
Julian HartmannEU setzt Influencer auf ihre Agenda – doch nicht jeder darf mitmachen
Die Europäische Union hat neue Regeln für Social-Media-Influencer eingeführt, die eingeladen werden, über ihre hochrangigen Treffen zu berichten. Demnach dürfen ausgewählte Content-Creator keine öffentlich geäußerten Positionen gegen die grundlegenden Werte des Blocks vertreten. Die nationalen Regierungen wurden angewiesen, diese Kriterien bei der Auswahl der Teilnehmer zu beachten.
Ab Juli können die Mitgliedstaaten Influencer vorschlagen, die an EU-Gipfeltreffen und bestimmten Ministerratssitzungen teilnehmen und darüber Inhalte produzieren. Die Ausgewählten müssen in ihrem Heimatland eine große Reichweite besitzen und bereits politisch oder europabezogene Inhalte veröffentlicht haben. Zudem dürfen sie keine bedeutenden kommerziellen Verstrickungen aufweisen und weder ein politisches Amt innehaben noch eines anstreben.
Mit der Initiative will die EU die öffentliche Auseinandersetzung mit ihren Institutionen über Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram stärken. Doch sie stößt auf Widerstand bei nationalistischen und EU-skeptischen Politikern. Gerolf Annemans, Europaabgeordneter der flämischen Partei Vlaams Belang, reagierte sarkastisch auf die Berichte. Auch Lucas Hartong, ehemaliger niederländischer EU-Parlamentarier der Partei für die Freiheit, kritisierte die Richtlinie. Die Schwedendemokraten bezeichneten sie als Zeichen der wachsenden Verzweiflung der EU-Elite.
Die Leitlinien der EU schließen Influencer mit anti-europäischen Positionen von der Teilnahme an offiziellen Treffen aus. Die nationalen Regierungen werden diese Regeln nun bei der Auswahl der Teilnehmer anwenden. Der Schritt zielt darauf ab, die öffentliche Einbindung zu erweitern, hat aber bereits politische Gegenwehr ausgelöst.
