EU-Richtlinie droht Honigpreise in Großbritannien zu erhöhen und Auswahl einzuschränken
Charlotte RichterEU-Richtlinie droht Honigpreise in Großbritannien zu erhöhen und Auswahl einzuschränken
Neue EU-Vorschriften könnten die Kennzeichnung von Honig im Vereinigten Königreich verändern. Die sogenannte „Frühstücksrichtlinie“ könnte die Abfüller zwingen, auf jedem Glas jedes Herkunftsland sowie dessen genauen prozentualen Anteil anzugeben. Branchenvertreter warnen, dass dies die Preise in die Höhe treiben und jährlich tausende Tonnen Honig verschwendet werden könnten.
Großbritannien ist stark von Honigimporten abhängig und produziert nur 5 Prozent des eigenen Bedarfs. Die meisten Gläser enthalten Mischungen aus mehreren Ländern, was eine detaillierte Kennzeichnung erschwert. Nach den geplanten Regeln müssten alle Herkunftsländer und ihre Anteile auf dem Etikett aufgeführt werden.
Seltene oder spezielle Sorten könnten aus den Supermarktregalen verschwinden, wenn die Kosten zu stark steigen. Die britische Lebensmittelbehörde Food Standards Agency hat bestätigt, dass das Land die Vorschriften umsetzen wird, sofern keine Ausnahmen ausgehandelt werden.
Die Änderungen sollen ab dem nächsten Sommer in Kraft treten. Branchenführer befürchten, dass der zusätzliche bürokratische Aufwand die Kosten erhöht und zu unnötigen Abfällen führt.
Honig bleibt ein beliebtes Frühstücksprodukt in ganz Großbritannien – geschätzt von König Charles III. bis hin zu der Kinderfigur Winnie Puuh. Doch wenn die neuen Kennzeichnungsregeln kommen, könnten Verbraucher mit höheren Preisen und einer geringeren Auswahl konfrontiert werden. Die endgültige Entscheidung hängt davon ab, ob London von Brüssel eine Ausnahmegenehmigung erwirken kann.






