19 June 2026, 16:26

EU-Haushaltsstreit eskaliert: Deutschland pocht auf Sparsamkeit und Reformen

EU streitet über Schulden - Sondergipfel im November im Gespräch

EU-Haushaltsstreit eskaliert: Deutschland pocht auf Sparsamkeit und Reformen

Die Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Haushaltsrahmen der Europäischen Union erreichen eine entscheidende Phase. Im Mittelpunkt steht der mehrjährige Finanzrahmen (MFR), für den eine Frist bis Dezember 2026 gesetzt ist. Sollte bis dahin keine Einigung erzielt werden, bleibt eine mögliche Verlängerung bis Mitte Februar 2027 im Raum.

Streitigkeiten über die Verteilung künftiger finanzieller Lasten dauern an. Traditionelle Empfängerländer wollen die Kohäsions- und Agrarfonds unverändert lassen. Nettozahler wie Deutschland drängen hingegen auf strengere Ausgabenkontrollen und ein insgesamt kleineres Budget.

Die deutsche Regierung hat gewarnt, dass ein Scheitern der Verhandlungen allen Mitgliedstaaten schaden würde. Dies könnte neue Programme in den Bereichen Forschung, Regionalentwicklung und militärische Zusammenarbeit verzögern. Deutschland lehnt zudem weitere Schulden auf EU-Ebene ab und besteht darauf, die COVID-19-Wiederaufbaukredite aus bestehenden Mitteln zurückzuzahlen.

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Ein Sondergipfel im November soll helfen, eine politische Einigung zu erzielen. Die Verhandlungen werden jedoch durch knappe nationale Haushalte und steigende Ausgabenbedürfnisse der EU in Bereichen wie Wettbewerbsfähigkeit, Migration und Sicherheit erschwert. Die Europäische Kommission sucht zudem nach neuen Einnahmequellen, um die Rückzahlung des COVID-19-Wiederaufbaufonds zu decken.

Die mögliche EU-Beitrittsperspektive der Ukraine hat bisher kaum Einfluss auf die Diskussionen gehabt. Die meisten Hauptstädte rechnen nicht damit, dass die Ukraine innerhalb der nächsten sieben Jahre dem Block beitritt.

Die EU strebt an, den Haushalt bis Ende 2026 oder Anfang 2027 zu finalisieren. Ohne eine Einigung könnten wichtige Programme Verzögerungen erfahren. Die Mitgliedstaaten müssen ihre Differenzen bei den Ausgabenprioritäten und Finanzierungsquellen beilegen, um voranzukommen.

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