Ehrenmedaille für AfD-Politiker: Oberfranken prüft umstrittene Auszeichnung nachträglich
Sebastian VoigtEhrenmedaille für AfD-Politiker: Oberfranken prüft umstrittene Auszeichnung nachträglich
Bezirk Oberfranken verleiht jährlich Ehrenmedaillen an Personen für ihr öffentliches Engagement. Michael Genniges erhielt die Silberne Ehrenmedaille für sein kulturelles und soziales Wirken in der Region. Nun wird seine Auszeichnung wegen seiner politischen Verbindungen überprüft.
Im November 2025 stimmte der von der CSU dominierte Kreistag für die Verleihung der Medaille an Genniges. Seine Nominierung durch die rechtspopulistische AfD fand damals breite Unterstützung. Genniges hatte in Bamberg einen Treffpunkt für Literatur- und Kulturveranstaltungen geschaffen und sich als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft vor Ort gegen Antisemitismus engagiert.
Genniges war zudem bis 2026 Fraktionsvorsitzender der AfD im Bamberger Kreistag. Seine Mitgliedschaft in der Partei sorgt seitdem für Kontroversen. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg fordert bereits die Aberkennung der Auszeichnung.
Henry Schramm, das CSU-Mitglied, das die Entscheidung ursprünglich mitgetragen hatte, bereut mittlerweile seine Stimme und überdenkt seine Wahl. Der Kreistag wird im Juli darüber abstimmen, ob die Ehrung zurückgenommen wird.
Die Abstimmung im Juli wird über das Schicksal von Genniges’ Silberner Ehrenmedaille entscheiden. Im Mittelpunkt der Debatte stehen seine Verdienste um Kultur und Gesellschaft – und seine politische Zugehörigkeit. Das Ergebnis wird zeigen, ob der Bezirk an der Auszeichnung festhält oder sie widerruft.






