Düngemittel werden 2025 teurer: Warum Hobbygärtner jetzt umdenken müssen
Hobbygärtner müssen sich auf höhere Preise für mineralische Düngemittel einstellen, denn globale Konflikte und steigende Kosten setzen die Lieferketten unter Druck. Stephan Engster, Geschäftsführer des Düngemittelherstellers Compo, warnte im Gespräch mit dem Spiegel, dass Marktstörungen im kommenden Jahr zu Lieferverzögerungen und Preisaufschlägen führen könnten.
Der Wandel vollzieht sich zu einer Zeit, in der biologische Alternativen weiterhin an Beliebtheit gewinnen – ihr Markt wächst derzeit zwei- bis dreimal schneller als der für konventionelle Produkte. Der Krieg im Iran wird voraussichtlich die Preise für synthetische Dünger im Jahr 2025 in die Höhe treiben. Zwar haben die Hersteller die Rohstoffe für die aktuelle Saison bereits gesichert, doch auf den Regalen der Gartencenter bleiben die Preise vorerst stabil. Doch schon jetzt kostet ein Liter flüssiger Mineraldünger im Handel rund 12 Euro – und könnte bald auf 13 oder 14 Euro steigen.
Gleichzeitig verzeichnet die Nachfrage nach Bio-Düngern seit der COVID-19-Pandemie und der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise einen stetigen Anstieg. Werden synthetische Dünger teurer, greifen immer mehr Gärtner zu ökologischen Alternativen. Compo, einer der größten Anbieter, gibt an, dass mittlerweile zwei Drittel seiner Produkte für Boden- und Pflanzenpflege biologisch sind.
Das größere Problem jedoch ist, die Ware überhaupt pünktlich und zu bezahlbaren Preisen zum Kunden zu bringen. Explodierende Dieselkosten und die Belastung der Speditionsbranche gefährden die Lieferketten. Zwar sind mineralische Düngemittel derzeit noch verfügbar, doch Branchenexperten warnen vor möglichen Zuschlägen und Verzögerungen in den kommenden Monaten.
Gärtner, die auf synthetische Dünger setzen, sollten sich auf höhere Kosten und mögliche Lieferengpässe im nächsten Jahr einstellen. Der ohnehin schon schneller wachsende Trend zu Bio-Produkten könnte sich weiter beschleunigen, falls die Preise für chemische Alternativen weiter steigen. Die Hersteller beobachten die Lage derweil genau, während globale Spannungen und Transportprobleme anhalten.






