Dobrindt verteidigt harte Linie bei Grenzkontrollen und Abschiebungen trotz EU-Reformplänen
Finn WolfDobrindt verteidigt harte Linie bei Grenzkontrollen und Abschiebungen trotz EU-Reformplänen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat seine Unterstützung für die anhaltenden Grenzkontrollen bekräftigt – trotz der weitergehenden Pläne zur Reform der europäischen Migrationspolitik. Gleichzeitig verteidigte er die Haltung der Regierung in Sachen Abschiebungen und argumentierte, dass die Ausweisung von Straftätern zur öffentlichen Sicherheit beitrage.
Dobrindt betonte die Wirksamkeit der aktuellen Grenzmaßnahmen und verwies darauf, dass die Behörden an den Kontrollpunkten bereits 8.000 Haftbefehle vollstreckt hätten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung langfristige Änderungen des europäischen Migrationssystems vorantreibt, mit dem Ziel, die vorübergehenden Kontrollen schrittweise abzubauen.
Kritik an Abschiebungen wies der Minister zurück und beharrte darauf, dass verurteilte Straftäter nicht in Deutschland bleiben dürften, da dies die Sicherheit untergraben würde. Zudem bestätigte Dobrindt, dass Abschiebungen nach Afghanistan fortgesetzt würden, auch wenn dies direkte Gespräche mit den Taliban erfordere.
Innenpolitisch warnte Dobrindt davor, politische Debatten auf Streitigkeiten über Formulierungen zu reduzieren. Seine Bemerkungen folgten auf Aussagen der SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas, die geplante Kürzungen im Sozialbereich kritisiert hatte. Stattdessen rief er die Parteien dazu auf, sich im Vorfeld der anstehenden Sitzung des Koalitionsausschusses auf Zusammenarbeit zu konzentrieren.
Auf der Tagesordnung des Treffens stehen auch Reformen des Arbeitsmarktes, die Teil der umfassenderen Bemühungen sind, wirtschaftliche Herausforderungen und migrationspolitische Fragen zu bewältigen.
Die Regierung bleibt in Sachen Grenzschutz und Abschiebungen kompromisslos, auch wenn sie gleichzeitig an einer grundlegenden Reform der Migrationspolitik arbeitet. Angesichts der bevorstehenden Koalitionsgespräche werden die Minister nun nach gemeinsamen Lösungen in der Arbeitsmarktpolitik und anderen zentralen Themen suchen.






