Deutschland und Frankreich beenden ihr 100-Milliarden-Euro-Kampfflugzeugprojekt FCAS
Sebastian VoigtDeutschland und Frankreich beenden ihr 100-Milliarden-Euro-Kampfflugzeugprojekt FCAS
Frankreich und Deutschland haben nach Jahren der Uneinigkeit ihr gemeinsames Projekt für ein Kampfflugzeug der nächsten Generation aufgegeben. Die Entscheidung fiel während eines Treffens zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron beim EU-Westbalkan-Gipfel in Montenegro. Das 100-Milliarden-Euro-Programm mit dem Namen Future Combat Air System (FCAS) war aufgrund tiefer Meinungsverschiedenheiten über Design und Kontrolle ins Stocken geraten.
Das FCAS-Projekt sollte ein hochmodernes Kampfflugzeug hervorbringen, unterstützt von Drohnen und einer sicheren digitalen Kampfcloud. Doch von Anfang an verfolgten die beiden Länder unterschiedliche Prioritäten. Frankreich bestand auf ein Flugzeug, das von Flugzeugträgern aus operieren und Atomwaffen tragen können sollte. Deutschland hingegen hatte für keine dieser Funktionen einen Bedarf.
Streitigkeiten über diese grundlegenden Anforderungen zogen sich über Jahre hin. Macron lehnte einen Kompromiss ab, der zwei verschiedene Flugzeugmodelle vorgesehen hätte. Da keine Einigung in Sicht war, einigten sich beide Staatschefs schließlich darauf, die gemeinsame Initiative zu beenden.
Trotz der Abschaffung des Projekts könnten Teile der Initiative weiterverfolgt werden. Beamte prüfen derzeit Möglichkeiten, einige der unter dem FCAS-Namen entwickelten Technologien zu retten. Das Gesamtprogramm wird jedoch nicht mehr wie ursprünglich geplant umgesetzt.
Das Scheitern des Vorhabens zwingt beide Länder nun, eigenständige Lösungen in der Verteidigungspolitik zu verfolgen. Frankreich wird sich voraussichtlich auf seinen trägerfähigen Atomkampfjet konzentrieren, während Deutschland nach alternativen Partnerschaften suchen könnte. Das Budget von 100 Milliarden Euro soll nun in andere Rüstungsprojekte umgeschichtet werden.






