Deutschland plant schärfere Krypto-Steuern – 2 Milliarden Euro bis 2027 im Visier
Julian HartmannDeutschland plant schärfere Krypto-Steuern – 2 Milliarden Euro bis 2027 im Visier
Deutschland will die Regeln zur Besteuerung von Kryptowährungen verschärfen, um bis 2027 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 2 Milliarden Euro zu erzielen. Finanzminister Lars Klingbeil plant, Schlupflöcher zu schließen und die Kontrolle über Gewinne aus Kryptogeschäften zu verstärken. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund einer neuen EU-Richtlinie, die von den Mitgliedstaaten strengere Meldungen über Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten fordert.
Nach aktuellem deutschem Recht zahlen Anleger keine Steuern auf Kryptogewinne, wenn sie die Vermögenswerte länger als zwölf Monate halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres unterliegen der Einkommensteuer, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Diese einjährige Befreiungsregelung macht Deutschland in Europa zum Sonderfall, da die meisten Länder Kryptogewinne unabhängig von der Haltedauer besteuern.
Die Regierung strebt nun an, diese steuerfreie Frist abzuschaffen – was zur größten neuen Einnahmequelle werden könnte. Die Behörden haben bereits die Prüfungen von Transaktionen innerhalb eines Jahres intensiviert, ein Zeichen für eine umfassendere Offensive gegen Steuerhinterziehung.
Bevor Änderungen in Kraft treten, ist ein konkreter Gesetzesentwurf erforderlich. Der Vorschlag muss durch Bundestag und Bundesrat, wo Abgeordnete darüber debattieren werden, wie Kryptogewinne künftig besteuert werden und ob bestehende Anleger von rückwirkenden Regelungen betroffen sein könnten.
Die neue EU-Richtlinie erhöht den Druck zusätzlich, indem sie Anbieter verpflichtet, Transaktionsdaten, Vermögensbestände und Nutzerangaben zu melden. Dadurch wird es schwieriger, Gewinne zu verschleiern, und bei Nichteinhaltung drohen härtere Strafen.
Sollten die Reformen verabschiedet werden, würden sie eine grundlegende Wende in der deutschen Kryptosteuerpolitik markieren. Strengere Prüfungen und höhere Strafen sollen Steuerhinterziehung erschweren und das Land an die EU-weiten Standards angleichen. Die Regierung rechnet damit, dass die Änderungen bis 2027 beträchtliche Mehreinnahmen generieren.






