Demokraten in Sorge: Skandal-Kandidat Platner gefährdet Wahlkampf gegen Susan Collins
Sebastian VoigtDemokraten in Sorge: Skandal-Kandidat Platner gefährdet Wahlkampf gegen Susan Collins
Graham Platner, ein Kandidat bei den demokratischen Vorwahlen in Maine, gerät wegen seines früheren Verhaltens zunehmend in die Kritik. Berichte über umstrittene Online-Beiträge, ein Tattoo, das an nationalsozialistische Symbolik erinnert, sowie Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens in persönlichen Beziehungen sind öffentlich geworden. Einige Demokraten fragen sich nun, ob seine Kandidatur die Chancen der Partei in einem entscheidenden Rennen gegen die republikanische Senatorin Susan Collins gefährden könnte.
Platner steht seit Jahren wegen alter Internet-Posts und eines Tattoos in der Kritik, das von manchen mit NS-Symbolen verglichen wird. Zudem gibt es Berichte, wonach er verheirateten Frauen sexuelle Nachrichten geschickt und – wie ehemalige Partnerinnen berichten – „toxisches“ Verhalten an den Tag gelegt haben soll. Sein Wahlkampfteam hat auf aktuelle Anfragen zu einer Stellungnahme nicht reagiert, obwohl er sich zuvor für die Nachrichten entschuldigt und die Vorwürfe als politisch motiviert zurückgewiesen hatte.
Bei einer Bürgerversammlung in Portland wich Platner Fragen zur Kontroverse aus. Unterdessen zeigen sich demokratische Spitzenpolitiker besorgt. Senator Mark Warner nannte die Vorwürfe „beunruhigend, falls sie zutreffen“, während der Abgeordnete Tom Suozzi, der Platners politische Linie bereits seit Längerem ablehnt, nun auch dessen Charakter infrage stellt. Der Abgeordnete Ro Khanna schlug vor, die Partei solle das Verhalten zwar verurteilen, sich aber auf übergeordnete nationale Prioritäten konzentrieren.
Einige Demokraten ziehen Parallelen zu Donald Trumps Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 trotz ähnlicher Vorwürfe. Sie befürchten, dass Platners Nominierung ihre Position in dem knappen Rennen gegen Collins schwächen könnte – eine prominente republikanische Amtsinhaberin. Das Ergebnis der Vorwahl wird entscheiden, ob Platner im November gegen Collins antreten darf. Seine Kandidatur hat innerhalb der Partei bereits für Spaltung gesorgt, und falls er nominiert wird, dürfte sein früheres Verhalten ein zentrales Thema im Wahlkampf bleiben.






