Debatte um Ehrung des Ehrenkreuzes für Tapferkeit entzweit die Politik
Sebastian VoigtDebatte um Ehrung des Ehrenkreuzes für Tapferkeit entzweit die Politik
Ein Vorschlag zur Ehrung der Träger des höchsten militärischen Ordens Deutschlands hat unter Verteidigungspolitikern eine Debatte ausgelöst. Vor dem Tag der Bundeswehr forderten Politiker von CDU/CSU, SPD und AfD eine besondere Würdigung im Bundestag für Soldaten, die mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet wurden. Die seit ihrer Einführung nur 34-mal verliehene Auszeichnung zählt zu den seltensten militärischen Ehren des Landes.
Den Anstoß gab die Initiative von Abgeordneten der CDU/CSU, SPD und AfD, die sichtbare Ehrungen für die Ordensträger forderten. Thomas Röwekamp (CDU) schlug eine Gedenkstele vor dem Sitzungssaal des Verteidigungsausschusses vor – ähnlich der für gefallene Soldaten. Kerstin Vieregge (CDU/CSU) regte eine mobile digitale Präsentation in den Bundestagsgebäuden an, um die Leistungen der Ausgezeichneten zu würdigen.
Christoph Schmid (SPD) sprach sich dafür aus, die Ehrung mit dem bestehenden Mahnmal für die Gefallenen zu verknüpfen, etwa durch eine Gedenktafel. Jan Nolte (AfD) befürwortete dagegen eine Namensafe oder Fotoschau im Ausschusssaal. Allerdings wiesen Bundestagsverantwortliche darauf hin, dass die Hausordnung das Anbringen von Bildern oder Gegenständen im Raum verbiete – Gedenkstelen seien jedoch möglich.
Kritik kam prompt von den Grünen und der Linken. Sara Nanni (Grüne) betonte, Veteranen bräuchten konkrete Unterstützung statt symbolischer Gesten. Ulrich Thoden (Linke) lehnte den Vorschlag als überflüssig ab und bezeichnete ihn als „Ahnengalerie“ für die Bundeswehr.
Die Diskussion offenbart unterschiedliche Auffassungen darüber, wie militärische Tapferkeit angemessen gewürdigt werden soll. Während die einen auf physische Denkmäler setzen, hinterfragen andere den Bedarf nach weiteren Symbolen. Mit dem nahenden Tag der Bundeswehr dürfte die Debatte an Fahrt aufnehmen.






