Chicago verklagt Trump-Regierung wegen blockierter Milliarden für U-Bahn-Ausbau
Sebastian VoigtChicago verklagt Trump-Regierung wegen blockierter Milliarden für U-Bahn-Ausbau
Die Verkehrsbehörde von Chicago (Chicago Transit Authority, CTA) hat gegen die Regierung unter Donald Trump Klage eingereicht, um die Freigabe von 2 Milliarden US-Dollar an blockierten Bundesmitteln zu erwirken. Die Gelder waren für das große Ausbauprojekt der Red Line vorgesehen, das vor allem schwarze und benachteiligte Stadtteile besser anbinden soll. Behördenvertreter werfen der Regierung vor, die Mittelwillkürlich und gezielt zurückgehalten zu haben.
Im Mittelpunkt des Streits steht die geplante 8,5 Kilometer lange Verlängerung der Red Line, die 100.000 weiteren Einwohnern den Zugang zum Schienennetz Chicagos ermöglichen soll. Das Vorhaben umfasst die Modernisierung der über hundert Jahre alten Gleise sowie den Bau von vier neuen barrierefreien Stationen im Norden der Stadt. Teile des Projekts waren bereits finanziert, bevor die Mittel gesperrt wurden. Die Trump-Regierung führte jedoch im September 2025 eine neue Regelung ein, die rassische und geschlechtsspezifische Kriterien bei der Vergabe von Aufträgen ausschloss – und wandte diese rückwirkend nur auf Fördergelder für Chicago und New York an.
Die CTA reichte zwar sämtliche angeforderten Unterlagen ein, erhielt seit Dezember 2025 jedoch keine Rückmeldung mehr. In der Klage wird argumentiert, dass die Entscheidung politisch motiviert sei und darauf abziele, Vergabepraktiken zu unterbinden, die soziale Ungleichheiten ausgleichen sollen. Keine andere US-Stadt sah sich mit ähnlichen Verzögerungen bei der Mittelvergabe konfrontiert.
Das Verkehrsministerium verteidigte die Maßnahme und kündigte an, gegen "diskriminierende, rechtswidrige und verschwendungsintensive Vergabepraktiken" vorzugehen. Die CTA strebt nun eine gerichtliche Anordnung an, um die Freigabe der Gelder und die Wiederaufnahme der Bauarbeiten zu erzwingen.
Der Ausgang des Rechtsstreits wird darüber entscheiden, ob das Red-Line-Ausbauprojekt fortgeführt werden kann. Bei einer positiven Entscheidung würde das Vorhaben die Verkehrsanbindung für benachteiligte Gemeinschaften deutlich verbessern. Bis auf Weiteres ruhen jedoch alle Arbeiten, während das Verfahren durch die Bundesgerichte geht.






