Chemnitzer Theater wehren sich gegen radikale Sparpläne des Stadtrats
Sebastian VoigtChemnitzer Theater wehren sich gegen radikale Sparpläne des Stadtrats
Die Städtischen Theater Chemnitz haben einen Plan des Stadtrats, alle fünf künstlerischen Sparten unter dem Dach des Opernhauses zusammenzulegen, entschieden zurückgeweisen. Die Vorschläge würden das aktuelle Programm um mindestens die Hälfte kürzen und langjährige Kulturveranstaltungen gefährden. Die Verantwortlichen warnen, dass dieser Schritt das künstlerische Leben der Stadt schwer beschädigen könnte.
Das Vorhaben des Stadtrats sieht vor, Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel, Puppentheater und die Robert-Schumann-Philharmonie unter einem Dach zu vereinen. Doch das Opernhaus verfügt weder über die räumlichen noch über die akustischen Voraussetzungen für Schauspielproduktionen – eine undurchführbare Lösung.
Das Schauspielhaus, ein kulturelles Wahrzeichen mit fast 200-jähriger Geschichte, stünde vor der Schließung. Tausende Plätze würden wegfallen, beliebte Formate wie das Weihnachtsmärchen und die Schultheaterwoche müssten verkleinert oder ganz gestrichen werden. Besonders betroffen wären Kinder- und Jugendtheater: Das Puppentheater verlöre seinen festen Spielort endgültig.
Auch die Zukunft der Jungen Bühne und der Ballettschule der Oper wäre ungewiss. Die Theaterleitung appellierte an den Stadtrat, die Pläne zu überdenken, und betonte, wie wichtig es sei, sowohl das Schauspielhaus als auch das Opernhaus zu erhalten. Chemnitz' kultureller Ruf – gestärkt durch das jüngste Jahr als Europäische Kulturhauptstadt – dürfe nicht kurzfristigen Sparmaßnahmen geopfert werden.
Ohne eine überarbeitete Lösung riskiert die Stadt den Verlust der Hälfte ihres künstlerischen Schaffens und zentraler kultureller Traditionen. Die Theaterführung besteht darauf, dass ein tragfähiger Kompromiss möglich ist – einer, der Chemnitz als Ort des öffentlichen Dialogs und der kreativen Entfaltung bewahrt.






