Carlin Petrini – Revolutionär der Slow-Food-Bewegung ist tot
Carlin Petrini, eine prägende Figur der italienischen Kochkunst und der linken Bewegung, ist im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt Bra gestorben. Sein Wirken veränderte die globale Esskultur, indem er lokale Traditionen und Nachhaltigkeit förderte. Aus bescheidenen Verhältnissen schuf er Netzwerke, die sich über 160 Länder erstrecken.
1945 in Bra geboren, wuchs Petrini als Sohn einer Kindergärtnerin und eines Kfz-Elektrikers auf. Sein Großvater hatte 1921 in derselben Stadt mitgegründet, was später zur Kommunistischen Partei Italiens wurde. 1986 war Petrini Mitbegründer von Arcigola, einer linksgerichteten Gruppe in Cuneo, Piemont, die sich der Feinschmecker-Kultur widmete. Drei Jahre später entstand daraus Slow Food – eine Bewegung, die sich für regionale, nachhaltige Lebensmittelsysteme einsetzt.
1990 erschien unter seinem Einfluss der Osterie d’Italia-Führer, der bescheidene, aber herausragende Restaurants mit regionaler Küche vorstellte. Acht Jahre später veränderte ein Essen im Ristorante Da Lenin auf Sardinien – entdeckt durch diesen Guide – seine Sicht auf Lebensmittel für immer.
2004 gründete Petrini Terra Madre, ein weltweites Netzwerk, das Bauern, Fischer und Produzenten verbindet. Seine Freundschaften mit Papst Franziskus und König Charles III. führten zu Kooperationen, darunter das Buch Dialoge mit Papst Franziskus über integrale Ökologie. Sein Einfluss reichte weit über Italien hinaus und prägte Lebensmittelpolitiken und kulturelle Einstellungen weltweit.
Petrinis Tod markiert das Ende einer Ära für Italiens kulinarische und politische Linke. Sein Erbe lebt weiter in der globalen Präsenz von Slow Food und der fortlaufenden Arbeit von Terra Madre. Die von ihm initiierte Bewegung beeinflusst bis heute, wie Menschen essen, Lebensmittel beziehen und deren Wert schätzen.






