Bundeswehr scheitert an Rekrutierung: Nur 530 Freiwillige trotz 300.000 Anfragen
Julian HartmannBundeswehr scheitert an Rekrutierung: Nur 530 Freiwillige trotz 300.000 Anfragen
Deutschland kämpft damit, seine Streitkräfte durch freiwillige Rekrutierung zu vergrößern. Eine aktuelle Kampagne im Jahr 2026 brachte nur 530 neue Rekruten hervor – bei fast 300.000 kontaktierten jungen Erwachsenen. Die Regierung plant nun, ab Juli 2027 für alle 18-jährigen Männer verpflichtende ärztliche Untersuchungen einzuführen.
Die freiwillige Rekrutierungsinitiative stieß früh auf Hindernisse. Anfangs zeigten 25 Prozent der jungen Männer Interesse, der Bundeswehr beizutreten, doch nach Telefoninterviews sank dieser Anteil auf 12,5 Prozent. Von den 1.500 Bewerbern, die eine medizinische Eignungsprüfung durchliefen, wurden 80 Prozent als diensttauglich eingestuft.
Die Zahlen der Freiwilligen aus anderen Altersgruppen stiegen leicht an. Im ersten Halbjahr 2026 bewarben sich rund 10.000 Menschen – ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch kritisierte die oppositionelle AfD die Zahlen als zu niedrig für eine glaubwürdige militärische Reserve.
Der politische Druck für einen Kurswechsel wächst. Roderich Kiesewetter von der CDU fordert die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Das langfristige Ziel der Regierung bleibt eine Truppe von 260.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre. Eine vollständige Rückkehr zur Wehrpflicht würde jedoch die Zustimmung des Parlaments erfordern.
Die aktuellen Rekrutierungszahlen bleiben hinter den Zielen zurück. Die verpflichtenden ärztlichen Untersuchungen für 18-Jährige sollen 2027 beginnen. Jeder Schritt zur Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht müsste von den Abgeordneten gebilligt werden.
