Bundestag lehnt AfD-Antrag auf Verbot von Muslim Interaktiv ab – doch 2025 kommt das Aus
Sebastian VoigtBundestag lehnt AfD-Antrag auf Verbot von Muslim Interaktiv ab – doch 2025 kommt das Aus
Der Bundestag stimmte am 13. Juni 2024 gegen einen Antrag der AfD, den Verein Muslim Interaktiv zu verbieten. Die Ablehnung wurde von CDU, SPD, FDP, Grünen und der Linken unterstützt. Die Gruppe stand bereits wegen islamistischer Aktivitäten und der Online-Verbreitung extremistischer Ansichten in der Kritik.
Im Mai 2024 hatte die AfD-Fraktion einen entsprechenden Verbotsantrag eingebracht. Dies folgte einem gescheiterten Versuch der Hamburger CDU auf Landesebene im April 2024, der von SPD und Grünen blockiert worden war. Bis Juni 2024 hatte der Hamburger Verfassungsschutz Muslim Interaktiv bereits als „gesichert extremistisch“ eingestuft.
Ein Video, das sich auf den AfD-Antrag bezog, wurde am 13. Juni 2024 von Baumann auf Facebook veröffentlicht. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries wies den AfD-Vorschlag als überflüssig zurück und verwies auf einen eigenen Bundesantrag seiner Partei gegen den politischen Islam. Dieser Antrag, ebenfalls im Juni 2024 eingebracht, war jedoch von der Ampelkoalition und anderen aus rechtlichen Bedenken abgelehnt worden. Der BSW-Politiker Ali Al-Dailami kritisierte den AfD-Ansatz dafür, nicht zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden.
Trotz der politischen Debatten verbot das Bundesinnenministerium Muslim Interaktiv schließlich im November 2025. Die Entscheidung fiel, nachdem die Behörden festgestellt hatten, dass die Gruppe die verfassungsmäßige Ordnung ablehnte und den Islam als einzig akzeptables Gesellschaftsmodell propagierte. Das Verbot trat im November 2025 in Kraft und beendete die Aktivitäten der Organisation. Muslim Interaktiv war zuvor vor allem in sozialen Medien aktiv gewesen und hatte Veranstaltungen zur Verbreitung seiner Ideologie organisiert. Der bundesweite Schritt folgte monatelangen politischen Diskussionen und Bewertungen der Sicherheitsbehörden.
