23 May 2026, 22:04

Bundesregierung verlängert teuren Microsoft-Vertrag trotz Kritik an US-Abhängigkeit

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Bundesregierung verlängert teuren Microsoft-Vertrag trotz Kritik an US-Abhängigkeit

Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Damit werden jährliche Zahlungen von fast 500 Millionen Euro festgeschrieben – trotz steigender Kosten und Kritik an der Abhängigkeit von US-Technologie. Behörden müssen ab Mitte 2026 höhere Preise akzeptieren, sofern sie nicht rechtzeitig auf Alternativen umsteigen.

Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte aus. Laut dem neuen Abkommen wird die Bürosoftware Microsoft 365 ab Juli 2026 bis zu 13 Prozent teurer. Die Regierung hätte den Vertrag zwar Mitte 2026 beenden können, entschied sich jedoch für eine Verlängerung um ein weiteres Jahr.

Die Vereinbarung erleichtert zwar den Zugang zu Microsoft-Tools, verpflichtet Behörden aber nicht zu deren Nutzung. Falls keine Alternativen gefunden werden, müssen die öffentlichen Stellen die Preiserhöhungen selbst tragen. Kritiker werfen der Regierung vor, damit Bemühungen zur Loslösung von US-Technologiekonzernen zu verzögern.

Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete die Verlängerung als vertane Chance, die Abhängigkeit zu verringern. Unterdessen hat Frankreich bereits größere Fortschritte bei der Umstellung seiner Behörden auf nicht von Microsoft stammende Software und Dienstleistungen gemacht.

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Der Vertrag bleibt vorerst zu den bisherigen Konditionen bestehen und überlässt es den Behörden, die steigenden Kosten zu bewältigen oder nach Alternativen zu suchen. Da die Preise 2026 steigen werden, bleibt Microsoft vorerst ein zentraler Anbieter für die IT der deutschen öffentlichen Hand. Die Verlängerung unterstreicht zudem die anhaltende Debatte über digitale Souveränität in Europa.

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