14 April 2026, 10:35

Bibliotheksdirektorin in Tennessee wegen LGBTQ-Büchern entlassen

Eine farbenfrohe Karte von Weakley County, Tennessee, die die Bevölkerungsdichte durch Farben darstellt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bibliotheksdirektorin in Tennessee wegen LGBTQ-Büchern entlassen

Ein Bibliotheksausschuss in Tennessee hat seine Direktorin entlassen, nachdem sie sich weigerte, Bücher mit LGBTQ-Themen aus dem Kinderbereich zu entfernen. Die Entscheidung folgt auf eine hitzige Debatte über Inhalte in öffentlichen Bibliotheken und spiegelt ähnliche Konflikte wider, die derzeit in den gesamten USA ausgetragen werden. Luanne James, die das Bibliothekssystem des Rutherford County leitete, wurde mit einer Mehrheit von 8 zu 3 Stimmen entlassen, weil sie an ihrer Haltung zur Meinungsfreiheit festhielt.

Der Streit begann, als der Schulausschuss des Rutherford County vorschlug, bestimmte Bücher – viele davon zu rassischen und LGBTQ-Themen – aus dem Kinderbereich zu verlegen. Das Ausschussmitglied Caleb Tidwell setzte sich für die Veränderung ein und behauptete, die Inhalte seien für junge Leserinnen und Leser unangemessen. Der Bibliotheksausschuss stimmte daraufhin am 16. März für die Umsiedlung der Titel, doch James lehnte ab. Sie berief sich auf den Schutz durch den Ersten Verfassungszusatz und berufliche Ethikrichtlinien, die eine Zensur von Büchern aufgrund ihrer inhaltlichen Ausrichtung verbieten.

James hatte im Juli 2025 die Leitung der County-Bibliotheken übernommen und brachte mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Führung öffentlicher Bibliotheken mit, unter anderem aus Positionen in Texas und South Carolina. Ihre Entlassung erfolgt vor dem Hintergrund einer landesweiten Debatte über Bibliotheksinhalte, wobei ähnliche Fälle auch in anderen Bundesstaaten aufgetreten sind. Erst kürzlich erhielt eine ehemalige Bibliotheksdirektorin in Wyoming eine Abfindung von 700.000 Dollar, nachdem sie entlassen worden war, weil sie sich gegen Forderungen wehrte, Bücher mit sexuellen und LGBTQ-Themen zu entfernen.

Der Oberste Gerichtshof der USA lehnte es kürzlich ab, einen Fall aus Texas zu prüfen, in dem lokale Behörden Bücher, die sie als anstößig einstuften, aus öffentlichen Bibliotheken entfernen durften. Diese Entscheidung stärkte die Befugnisse örtlicher Behörden, Bibliotheksbestände zu kontrollieren, und heizt Konflikte wie den im Rutherford County weiter an.

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Mit James' Entlassung bleibt das Rutherford County ohne eine fest angestellte Bibliotheksdirektorin. Die Entscheidung des Ausschusses unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Prinzipien der Meinungsfreiheit und der lokalen Kontrolle über öffentliche Bibliotheksbestände. Rechtliche Präzedenzfälle – darunter die Weigerung des Obersten Gerichtshofs, in den Texas-Fall einzugreifen – deuten darauf hin, dass solche Auseinandersetzungen voraussichtlich auch in anderen Gemeinden weitergehen werden.

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