12 March 2026, 16:02

Berliner Bäderbetriebe schaffen beliebte Mehrfachkarte ab – Bürger protestieren gegen neue Abo-Modelle

Eine Gruppe von Menschen, die im Schwimmbad steht und eine Person sitzt, mit Textwerbung für das Schwimmbad in Aschersleben, Deutschland.

Senator diskutiert Mehrtickets für Schwimmbäder - Berliner Bäderbetriebe schaffen beliebte Mehrfachkarte ab – Bürger protestieren gegen neue Abo-Modelle

Berlins Bäderbetriebe führt neues digitales Abo-System ein – und erntet Kritik

Der öffentliche Bäderbetreiber Berlins, die Berliner Bäderbetriebe, hat in dieser Saison ein neues digitales Abonnementmodell eingeführt. Die Änderungen sorgen bei den Bürgerinnen und Bürgern für Frust – viele kritisieren insbesondere die Abschaffung der beliebten Mehrfachkarte. Die grüne Abgeordnete Antje Kapek wies auf die weitverbreitete Verärgerung über die angepasste Preissstruktur hin.

Jahre lang konnten Schwimmerinnen und Schwimmer eine Mehrfachkarte erwerben, die 20 Besuche in Freibädern für 80 Euro ermöglichte. Diese Option gibt es nun nicht mehr. Stattdessen bietet das Unternehmen ein Basisaabo für 30 Euro monatlich an, das zwei wöchentliche Besuche umfasst, oder ein unbegrenztes Digitalabo für 38 Euro.

Auch die Tageskarten sind teurer geworden: Der Eintritt in Freibäder kostet nun 7 Euro, in Hallenbäder 6 Euro. Zwar bezeichnet die Berliner Bäderbetriebe das neue Modell als "transparent und fair", doch viele Berlinerinnen und Berliner sehen darin eine Einschränkung der Bezahlbarkeit. Senatorin Iris Spranger, Vorsitzende des Aufsichtsrats, räumte Bedenken ein und kündigte an, sich für eine Überprüfung des Mehrfachkartensystems einzusetzen.

Die Angelegenheit wird nun im Sportausschuss sowie im Unterausschuss für kommunale Beteiligungen beraten. Bisher liegen keine Daten vor, wie sich das digitale Abo (Flexi-Abo) auf die Besucherzahlen in dieser Saison auswirkt. Frühere Zahlen zeigten einen Rückgang der Freibadbesuche von 1,9 auf 1,4 Millionen, während der Verkauf der alten Sommermehrfachkarte von 16.000 auf 20.500 im Jahr 2024 stieg.

Trotz ausbleibender Preiserhöhungen in den vergangenen zehn Jahren begründet das Unternehmen die Änderungen mit steigenden Betriebskosten.

Die Debatte über die Berliner Bäderpreise hält an, während die Verantwortlichen die Neuauflage der Mehrfachkarte prüfen. Sprangers Intervention deutet auf mögliche Anpassungen hin, konkrete Änderungen wurden jedoch noch nicht angekündigt. Die Ergebnisse der anstehenden Ausschusssitzungen werden zeigen, ob das alte Kartensystem zurückkehrt oder das neue Modell bestehen bleibt.

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