Berlin plant Olympia 2036 – doch Kritiker zweifeln an den Kostenprognosen
Sebastian VoigtBerlin plant Olympia 2036 – doch Kritiker zweifeln an den Kostenprognosen
Berlin hat offiziell sein Bewerbungskonzept für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Senatsplan sieht umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur vor, wobei 1,59 Milliarden Euro für Modernisierungsmaßnahmen eingeplant sind. Kritiker haben jedoch bereits Bedenken hinsichtlich der finanziellen Prognosen hinter dem Vorhaben geäußert.
Das Bewerbungskonzept unterteilt die Kosten in drei Bereiche: operative Ausgaben, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen. Die direkten Betriebskosten für die Spiele werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt, die der Senat durch Ticketverkäufe, Sponsoring und Marketingeinnahmen decken möchte. Weitere 1,59 Milliarden Euro sollen in die Infrastruktur fließen, darunter 500 Millionen Euro für den Verkehr und 227 Millionen Euro für die Modernisierung der Wettkampfstätten.
Für öffentliche Dienstleistungen wie Sicherheit und Verwaltung hat der Senat noch keine konkreten Zahlen genannt – diese sollen erst in späteren Planungsphasen festgelegt werden. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitskosten für Paris 2024 beliefen sich laut dem französischen Rechnungshof auf 1,4 Milliarden Euro.
Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, hinterfragt die finanziellen Annahmen der Bewerbung. Er argumentiert, dass die Veranstalter auf übermäßig optimistische Einnahmeprognosen setzen, statt vorsichtige Schätzungen zugrunde zu legen. Schütte warnt zudem, dass Inflation und politische Instabilität die Kosten in den kommenden Jahren weiter in die Höhe treiben könnten.
Der Senatsvorschlag enthält zwar einen detaillierten Finanzierungsplan, lässt jedoch zentrale Kosten für öffentliche Dienstleistungen offen. Bei einer erfolgreichen Bewerbung wären erhebliche Investitionen nötig, wobei die Betriebskosten vollständig durch private Einnahmen gedeckt werden sollen. Die endgültige Entscheidung über eine Austragung hängt von weiteren wirtschaftlichen Bewertungen und der öffentlichen Unterstützung ab.






