13 March 2026, 08:06

Berlin im Ausnahmezustand: Bandenkriege, kaputte Rolltreppen und Müllberge ohne Ende

Eine belebte Straße in Berlin, Deutschland, mit vielen parkenden Taxis, Fußgängern auf dem Gehweg, Laternenpfählen, Bäumen und Gebäuden im Hintergrund, mit einem fernen Bogen mit Statuen und einem Turm unter einem bewölkten Himmel.

Berlin ohne Rolltreppen - Was läuft noch in der Hauptstadt? - Berlin im Ausnahmezustand: Bandenkriege, kaputte Rolltreppen und Müllberge ohne Ende

Berlin kämpft seit Monaten mit einer Reihe anhaltender Probleme – von steigender Kriminalität bis hin zu maroder Infrastruktur. Trotz Bemühungen, Missstände wie illegale Müllentsorgung oder Verspätungen im Nahverkehr in den Griff zu bekommen, sehen sich die Bürger weiterhin mit Störungen und Sicherheitsbedenken konfrontiert.

Die Schwierigkeiten der Stadt werden durch administrative Fehltritte und einen Anstieg gangbezogener Gewalt verschärft, was bei vielen zu Frust über die lokale Führung führt.

Ein Bandenkrieg mit Wurzeln in der Türkei hat zu einem drastischen Anstieg von Schießereien in Berlin geführt. Besonders betroffen sind türkisch geführte Unternehmen, die zunehmend Angst vor den auf die Straßen übergreifenden Auseinandersetzungen äußern. Als Reaktion richtete das Landeskriminalamt die Sondereinheit Ferrum ein, die sich gezielt gegen Bandengewalt richtet. Ursprünglich als kurzfristige Maßnahme gestartet, wurde ihr Einsatz nun um weitere sechs Monate verlängert.

Auch die öffentlichen Dienstleistungen stehen in der Kritik. Am Berliner Hauptbahnhof sind seit fast einem Monat nahezu zwei Drittel der Rolltreppen außer Betrieb. Technische Defekte und Sicherheitsprüfungen zwangen Pendler, 147 Stufen zu Fuß zurückzulegen, um zu den Fernbahnsteigen zu gelangen. Die Reparaturen stocken aufgrund fehlender Ersatzteile – ein Ende der Probleme ist nicht in Sicht.

Unterdessen hat eine neu eröffnete, drei Kilometer lange Teilstrecke der A100 – nach zwölf Jahren Bauzeit fertiggestellt – die Staus verschlimmert statt zu entlasten. Die jahrelangen Verzögerungen und das chaotische Inbetriebnahmeverfahren steigern die Verärgerung der Bürger zusätzlich.

Auf umweltpolitischer Ebene zeigen verschärfte Bußgelder gegen illegale Müllentsorgung, die im November 2023 eingeführt wurden, keine Wirkung. Allein in diesem Jahr entfernte der Berliner Entsorgungsbetrieb 54.000 Kubikmeter Abfall – Kostenpunkt: 10,3 Millionen Euro. Besonders Takeaway-Verpackungen häufen sich als Müll, was darauf hindeutet, dass die verschärften Kontrollen kaum etwas bewirken.

Bürgermeister Kai Wegner sieht sich mit wachsender Kritik an seiner Krisenbewältigung konfrontiert. Nach einem stadtweiten Stromausfall wurde er dafür gescholten, Tennis gespielt zu haben, statt sich um die Notlage zu kümmern. Der Vorfall trübte seinen Ruf als "Berlins Hausmeister" weiter ein – besonders vor dem Hintergrund anhaltender Beschwerden über vereiste Gehwege und schlecht geräumten Schmutz, die auf bürokratische Ineffizienz und öffentliche Gleichgültigkeit zurückgeführt werden.

Die Herausforderungen der Stadt geben keine Anzeichen einer Besserung. Infrastrukturpannen, steigende Kriminalität und anhaltende Vermüllung belasten den Alltag. Die Behörden ringen weiterhin mit langjährigen Problemen, doch Lösungen lassen auf sich warten. Fürs Erste müssen sich die Berliner in einer Stadt behaupten, in der Fortschritte oft von Rückschlägen überlagert werden.

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