Berkeley-Professoren fordern Rückkehr der SAT-Ergebnisse für fairere Zulassungen
Finn WolfBerkeley-Professoren fordern Rückkehr der SAT-Ergebnisse für fairere Zulassungen
Über 1.400 Professoren der Universität Berkeley fordern die Wiedereinführung der SAT-Ergebnisse als Zulassungskriterium. Sie argumentieren, dass dieser Schritt verhindern würde, dass unzureichend vorbereitete Studierende an der Hochschule aufgenommen werden. Die Forderung kommt zu einer Zeit, in der die Debatte über Fairness und Transparenz im Hochschulwesen an Fahrt aufnimmt.
Universitäten in den gesamten USA sehen sich mit Kritik an ihren Zulassungspraktiken konfrontiert, die bestimmten ethnischen Gruppen Vorteile einräumen sollen. Institutionen wie Harvard und andere Elite-Unis der Ivy League stehen im Verdacht, weiße und asiatische Bewerber zu benachteiligen. Bis zum Urteil des Obersten Gerichtshofs von 2023 setzten viele Hochschulen zudem faktische ethnische Quoten bei der Studierendenauswahl ein.
Um solche Praktiken zu verschleiern, haben einige Universitäten objektive Kriterien wie SAT-Ergebnisse abgeschafft. Dadurch gestaltet sich der Nachweis von Diskriminierung bei der Zulassung schwieriger. Eine zusätzliche Verschärfung bringt die Noteninflation mit sich – Harvard sah sich gezwungen, die Vergabe von Bestnoten pro Kurs zu begrenzen.
Kritik gibt es auch an der rassenbasierten Trennung in studentischen Wohnheimen. So genannte „Affinitäts-Wohngemeinschaften“ nach ethnischer Zugehörigkeit wurden als Verstoß gegen bundesweite Antidiskriminierungsgesetze eingestuft. Zudem werden bei der Einstellung von Lehrpersonal zunehmend nicht-weiße Bewerber bevorzugt – auf Kosten heterosexueller weißer Kandidaten. Dies hat Diskussionen über Chancengerechtigkeit und Fairness entfacht.
Im Universitätssystem von Kalifornien schließen weniger als ein Viertel der Minderheitenstudierenden, die in naturwissenschaftliche Studiengänge aufgenommen werden, diese innerhalb von fünf Jahren mit einem Abschluss ab. Diese Statistik nährt die Zweifel an der Wirksamkeit der aktuellen Zulassungspolitik.
Der Vorstoß, in Berkeley die SAT-Pflicht wieder einzuführen, spiegelt die wachsenden Bedenken hinsichtlich der studienvorbereitenden Qualifikationen und der Fairness wider. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu ethnischen Quoten aus dem Jahr 2023 hat bereits Änderungen in den Zulassungsverfahren erzwungen. Nun stehen die Hochschulen unter Druck, sicherzustellen, dass ihre Richtlinien rechtlich einwandfrei sind und den Studienerfolg der Studierenden fördern.
