Bechtle rüttelt Führung auf – doch die IT-Krise bleibt ungelöst
Bechtle baut Führungsteam um – IT-Kernbereich steht vor wachsenden Herausforderungen
Der IT-Dienstleister Bechtle formiert seine Führungsetage neu, während das Unternehmen im Kerngeschäft mit zunehmenden Schwierigkeiten kämpft. Die Umstrukturierung erfolgt nach einem deutlichen Kurssturz der Aktie und einer zurückhaltenden Gewinnprognose für 2026. Anleger reagierten besorgt und trieben den Kurs auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren.
Am 20. März 2026 brach der Aktienkurs um 16,3 % auf 25,10 Euro ein – der niedrigste Wert seit März 2019. Auslöser war die Ankündigung Bechtles, dass das Wachstum des Vorsteuergewinns in diesem Jahr lediglich zwischen 0 und 5 % liegen werde. Äußere Belastungsfaktoren wie geopolitische Spannungen, volatile Märkte und Lieferengpässe bei Speicherkomponenten verstärken die Unsicherheit zusätzlich.
Auch der Mangel an Speicherchips und steigende Kosten drücken auf die Margen. Die Probleme führen bei Kunden zu Investitionszurückhaltung, was die Rentabilität weiter belastet. Die Unternehmensführung plant eine Neubewertung der Lage bis Mitte des Jahres, mit besonderem Fokus auf die Chipversorgung und deren finanzielle Auswirkungen.
Als Reaktion auf die Herausforderungen reduziert Bechtle seinen Vorstand ab Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Thomas Olemotz scheidet nach 17 Jahren aus dem Unternehmen aus, Antje Leminsky verlässt den Vorstand zum Jahresende 2026. Die Führung übernimmt dann Konstantin Ebert als neuer CEO.
Trotz eines Gewinnrückgangs im Jahr 2025 schlägt das Unternehmen vor, die Dividende stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten. Das neue Führungstrio will interne Prozesse beschleunigen und strebt bis 2030 einen Umsatz von 10 Milliarden Euro an. Die Prognose für 2026 sieht jedoch eine Vorsteuermarge von maximal fünf Prozent vor.
Die Umstrukturierung bei Bechtle spiegelt die branchenweiten Probleme der IT-Branche wider – von Lieferkettenstörungen bis hin zu veränderten Kundennachfragen. Die nächste Aktualisierung Mitte des Jahres wird zeigen, wie sich die Engpässe bei Speicherchips und der Kostendruck auf die finanzielle Perspektive auswirken. Bis dahin bleiben Anleger verhalten, während die Aktie nahe ihrem 52-Wochentief notiert.






