Australien plant schärfere Regeln für Studierende und ihre Familienangehörigen
Finn WolfAustralien plant schärfere Regeln für Studierende und ihre Familienangehörigen
Die australische Regierung könnte internationalen Studierenden verbieten, Angehörige mitzubringen – mit Ausnahme von Doktoranden in Forschungsprogrammen. Damit folgt sie einer ähnlichen britischen Regelung, die zu einem deutlichen Rückgang von Visumanträgen für Familienmitglieder und Studierendeneinschreibungen führte. Die Maßnahme könnte die Netto-Zuwanderungszahlen spürbar verringern.
Laut den vor einer Woche vom Australischen Statistikamt (ABS) veröffentlichten aktualisierten Bevölkerungsdaten ging die Netto-Migration aus dem Ausland leicht zurück. Dennoch liegt sie weiterhin über dem Regierungsziel von 225.000 Personen.
Die britische Entscheidung, Visumanträge für Angehörige von Studierenden zu stoppen, führte zu einem Einbruch um 85 Prozent bei solchen Visa. Gleichzeitig sanken die Einschreibungen in postgraduale Lehrveranstaltungen. Sollte Australien diesen Kurs übernehmen, könnten etwa 40.000 potenzielle Studierende ein anderes Zielland wählen.
In Australien wurde im letzten Haushaltsjahr jedes zehnte Studierendenvisum an Angehörige vergeben – und zwar nicht an Doktoranden in Forschungsprogrammen. Ein Stopp dieser Praxis könnte die Netto-Migration um rund 44.000 Personen sofort reduzieren. Die Labour-Regierung müsste die Einwanderungsregeln möglicherweise verschärfen, um ihr Ziel vor den nächsten Wahlen zu erreichen.
Die geplante Änderung würde Australien an die britische Linie angleichen. Sie würde die Zahl der Visumanträge für Familienmitglieder verringern und könnte der Regierung helfen, ihre Migrationsziele schneller zu erreichen.
