Armeniens Regierungspartei sichert sich Mehrheit – Opposition klagt gegen Wahlergebnis
Sebastian VoigtArmeniens Regierungspartei sichert sich Mehrheit – Opposition klagt gegen Wahlergebnis
Regierende „Bürgervertrag“-Partei in Armenien sichert sich Parlamentsmehrheit – Opposition kündigt Klage an
Nach den jüngsten Wahlen hat die regierende Bürgervertrag-Partei (Civil Contract) in Armenien eine parlamentarische Mehrheit errungen. Oppositionsgruppen kündigten an, das Ergebnis anzufechten und verwiesen auf weit verbreitete Unregelmäßigkeiten. Unterdessen treibt die Regierung strengere Gesetze voran, um Stimmenkauf und Wahlbetrug einzudämmen.
Die Bürgervertrag-Partei ging als stärkste Kraft aus der Wahl hervor, während auch die Blöcke Starkes Armenien (Strong Armenia) und Armenien-Allianz (Armenia Alliance) Sitze errangen. Oppositionsparteien werfen der Regierungspartei vor, während des Wahlkampfs staatliche Ressourcen missbraucht zu haben. Vertreter des Bürgervertrags kontern, die Opposition habe Stimmen durch Bestechung gewonnen.
Vier Oppositionsparteien erklärten, sie würden beim Verfassungsgericht Klage gegen das Wahlergebnis einreichen. Das Antikorruptionskomitee schlug vor, politische Gruppen, die in kriminelle Machenschaften verwickelt sind, von künftigen Wahlen auszuschließen.
Der Präsident der Nationalversammlung, Alen Simonyan, kündigte Verschärfungen der Strafen für Wahlbestechung an. Die Höchststrafe für die Annahme von Schmiergeldern könnte von sieben auf neun Jahre erhöht werden, während das Anbieten von Bestechungsgeldern mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet werden soll. Zudem will die Regierungspartei durchsetzen, dass Wähler mindestens sechs Monate vor einer Wahl in Armenien gelebt haben müssen, um wahlberechtigt zu sein.
Hayk Konjoryan von der Bürgervertrag-Partei argumentierte, nur wer eine enge Bindung zum Land habe, solle über dessen Zukunft entscheiden. Ministerpräsident Nikol Paschinjan unterstützte die Pläne und betonte, Parteien, die in Stimmenkauf verwickelt seien, dürften keinen politischen Einfluss mehr ausüben.
Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, Wahlfälschungen zu verhindern und die Teilnahme an künftigen Wahlen einzuschränken. Falls verabschiedet, werden die strengeren Strafen und Wohnsitzauflagen die Wahllandschaft Armeniens grundlegend verändern. Die rechtliche Anforderung der Opposition könnte die endgültige Bestätigung der Ergebnisse weiter verzögern.






