Antisemitismus-Vorwürfe erschüttern umstrittene Kunstausstellung in Kent
Charlotte RichterAntisemitismus-Vorwürfe erschüttern umstrittene Kunstausstellung in Kent
Eine umstrittene Kunstausstellung in Kent hat für Empörung gesorgt, nachdem Kritiker die Inhalte als antisemitisch gebrandmarkt hatten. Die unter dem Titel "Zeichnungen gegen Völkermord" vom Künstler Matthew Collings präsentierte Schau zeigt drastische Darstellungen jüdischer Figuren und israelischer Symbole. Öffentliche Persönlichkeiten und Antirassismus-Aktivisten verurteilten die Werke scharf, während die Polizei von Kent betont, dass keine Gesetze verletzt worden seien.
Der Streit entbrannte, als Besucher – darunter die Journalistin Zoe Strimpel – die ausgestellten Kunstwerke infrage stellten. Die Polizei entschied später, dass die Arbeiten zwar auf breite Kritik stießen, jedoch nicht die Schwelle zu strafbarer Hassrede erreichten.
Die Ausstellung umfasst mehrere provokante Bilder. Eines zeigt zwei Figuren mit Bezug zu Sotheby's, die Babys verschlingen, während ihnen Blut aus dem Mund tropft. Ein anderes stellt die Labour-Abgeordnete Lisa Nandy neben Geldscheinen und einer israelischen Flagge dar. Weitere Zeichnungen zeigen Juden als "bluttriefende, babysverschlingende Dämonen" sowie IDF-Soldaten, die über Schädel und Blutbecken stehen.
Zoe Strimpel, die den Künstler zur Rede stellte, berichtete, sie habe sich eingeschüchtert gefühlt, nachdem sie angeschrien und von anderen bedrängt worden sei. Die Erfahrung habe sie zutiefst verstört.
Die Polizei von Kent reagierte auf eine offizielle Beschwerde mit der Aussage, die Kunstwerke erfüllten nicht die rechtlichen Voraussetzungen für eine Straftat. Es gebe keine Beweise für die Absicht, rassistische oder religiöse Feindseligkeit zu schüren, und auch keine Grundlage, den Vorfall als nicht-strafbaren Hasszwischenfall zu dokumentieren. Die Behörden argumentierten, die Werke könnten als "Kritik an Israel" interpretiert werden und nicht als direkter Antisemitismus.
Kritiker widersprachen dieser Einschätzung vehement. Lord Ian Austin nannte die Ausstellung "eine schockierende Zurschaustellung grotesken jüdischen Hasses" und zeigte sich "alarmiert", dass die Polizei sie für akzeptabel halte. Alex Hearn von "Labour Against Antisemitism" warf der Polizei von Kent vor, offensichtliche antisemitische Klischees nicht zu erkennen.
Auch prominente Persönlichkeiten wie Tracy-Ann Oberman, Simon Schama und Lord Michael Gove verurteilten die Schau. Der Thanet District Council, der die Veranstaltung ausrichtete, distanzierte sich von der Ausstellung und entschuldigte sich für etwaige verursachte Belastungen.
Die Kontroverse wirft die anhaltende Debatte auf, wo die künstlerische Freiheit endet und Hassrede beginnt. Die Entscheidung der Polizei von Kent, nicht einzugreifen, lässt die Ausstellung weiterhin bestehen – trotz der weitverbreiteten Verurteilung. Der Fall stellt die Frage, wie Behörden mit anstößigem Material in öffentlichen Räumen umgehen sollten.






