Jakutiens größter Geflügelproduzent steht vor dem Aus – Löhne, Schulden, Stilllegung
Sebastian VoigtJakutiens größter Geflügelproduzent steht vor dem Aus – Löhne, Schulden, Stilllegung
Ein großer Geflügelproduzent in Jakutien steckt in schweren finanziellen und rechtlichen Schwierigkeiten. Die Nerjungri-Geflügelzucht, auch bekannt als Ekoptiza GmbH, kämpft mit ausstehenden Löhnen, unbeglichenen Rechnungen für Versorgungsleistungen und Verstößen gegen Vorschriften. Die Probleme haben nun zu gerichtlichen Maßnahmen und einer vorübergehenden Betriebseinstellung geführt.
Die Schwierigkeiten begannen, als 135 Mitarbeiter der Ekoptiza GmbH auf Lohnzahlungen in Höhe von über 20 Millionen Rubel warteten. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Nerjungri griff ein, reichte eine offizielle Beschwerde ein und leitete wegen Verstößen gegen Arbeitsrechte ein Verwaltungsverfahren ein.
Unterdessen verschärften sich die finanziellen Probleme des Unternehmens. Das Schiedsgericht der Republik Sacha (Jakutien) bestätigte zusätzliche unbeglichene Schulden in Höhe von 24 Millionen Rubel. Zudem schuldete der Betrieb 25 Millionen Rubel an ausstehenden Versorgungsgebühren, was die wachsende Schuldenlast weiter erhöhte.
Hinzu kamen regulatorische Probleme. Anfang 2025 deckte Rospotrebnadsor, die jakutische Verbraucherschutzbehörde, hygienische und epidemiologische Mängel im Schlachthof des Betriebs auf. In der Folge wurde der Betrieb für 90 Tage ausgesetzt. Durch den kombinierten Druck sind die Produkte von Ekoptiza in den Geschäften von Jakutsk mittlerweile kaum noch erhältlich.
Die Nerjungri-Geflügelzucht sieht sich nun mit einem gerichtlich angeordneten Schuldenregister, einem stillgelegten Schlachthof und leeren Regalen konfrontiert, in denen einst ihre Waren lagen. Zwar wurden den Mitarbeitern die ausstehenden Löhne nachgezahlt, doch die Zukunft des Unternehmens bleibt ungewiss, während sich die rechtlichen und finanziellen Herausforderungen häufen.






