Alan Greenspan – ein Jahrhundert der US-Geldpolitik geht zu Ende
Alan Greenspan, der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank (Federal Reserve), ist im Alter von 100 Jahren in seinem Haus in Washington, D.C., verstorben. Fast zwei Jahrzehnte lang leitete er die Zentralbank und prägte die US-Geldpolitik in einer entscheidenden Phase.
Greenspan übernahm das Amt von Paul Volcker und baute auf dessen Arbeit auf. Er führte eine Regel ein, mit der Zinsanpassungen vorhergesagt werden sollten – später als Taylor-Regel bekannt, benannt nach dem Ökonomen John B. Taylor. Diese Richtlinie empfiehlt niedrige Zinsen in Rezessionen, um das Wachstum anzukurbeln, und hohe Zinsen in Boomphasen, um die Inflation einzudämmen.
Den Großteil seiner Amtszeit hielt sich Greenspan an die Taylor-Regel, die darauf abzielte, spontane Entscheidungen der Federal Reserve zu begrenzen. Bevor er seine Karriere in der Zentralbank begann, studierte er Klarinette an der Juilliard School und war ein früher Anhänger der Philosophie Ayn Rands.
Zu Greenspans Vermächtnis zählt sein langjähriger Dienst an der Federal Reserve. Sein Einsatz strukturierter Regeln wie der Taylor-Regel prägte die Geldpolitik über Jahrzehnte hinweg. Mit seinem Tod endet eine Ära der wirtschaftlichen Führung.
