AfD mit 29 Prozent vor CDU: Umfrage löst Debatten über politischen Wandel aus
Sebastian VoigtAfD mit 29 Prozent vor CDU: Umfrage löst Debatten über politischen Wandel aus
Eine aktuelle Umfrage sieht die AfD mit 29 Prozent als stärkste Kraft in Deutschland – vor der CDU, die mit 20 Prozent neun Punkte zurückliegt. Der politische Wandel löst im Land hitzige Debatten aus.
Der Aufstieg der AfD fällt zeitlich mit der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zusammen. Eine absolute Mehrheit für die Partei bei der Wahl gilt inzwischen als möglich.
Ein Foto des CDU-Landesvorsitzenden Guido Heuer und des AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund, die sich während einer Podiumsdiskussion zuneigten, sorgte für Aufsehen. Die Aufnahme entstand, weil ein Mikrofon defekt war und die beiden sich dadurch näherkommen mussten. Die Linken-Chefin Eva von Angern verurteilte das Bild scharf und erklärte, die Hand eines Demokraten dürfe niemals auf der Schulter eines AfD-Mitglieds ruhen.
Die CDU rechtfertigte das Foto später und entschuldigte sich dafür. Unterdessen warfen Kritiker der Grünen der Union vor, es gebe keine sichtbare Distanz mehr zwischen CDU und AfD. Auch ZDF-Moderator Markus Lanz meldete sich zu Wort und hinterfragte die demonstrative Weigerung anderer Politiker, AfD-Vertreter zu grüßen oder ihnen die Hand zu geben.
Der Vorfall unterstreicht die wachsenden Spannungen um den politischen „Brandmauer“-Grundsatz in Deutschland. Dessen Erosion erscheint immer wahrscheinlicher. Die Umfrageführung der AfD und die defensive Haltung der CDU deuten auf eine sich verändernde politische Landschaft hin.






