18 March 2026, 08:03

500-Milliarden-Fonds: Grünen werfen Regierung Vertragsbruch vor

Deutsches Auslandsschuldschein-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einer Frauendarstellung, bedrucktem Text und numerischen Nennwertangaben.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds: Grünen werfen Regierung Vertragsbruch vor

Ein politischer Streit ist über den deutschen Sonderfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur- und Klimaprojekte entbrannt. Die Grünen werfen der Koalitionsregierung vor, ihre Zusagen gebrochen zu haben, indem sie den Großteil des Geldes zur Schließung von Haushaltslücken statt für neue Investitionen umleitete. Kritiker stellen nun infrage, ob der im März 2025 beschlossene Fonds überhaupt seinem eigentlichen Zweck dient.

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Der Sonderfonds sollte bis 2037 den Bau von Brücken, Schulen und den Klimaschutz finanzieren. Um seine Verabschiedung zu sichern, hatten die Grünen auf eine Grundgesetzänderung bestanden, die sicherstellen sollte, dass die Mittel ausschließlich für zusätzliche Investitionen – und nicht für laufende Ausgaben – verwendet werden dürfen. Ihre Unterstützung ermöglichte die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Bundestag.

Doch bereits Ende 2025 offenbarten unabhängige Analysen eine ernüchternde Bilanz: Das Ifo-Institut und das Institut der deutschen Wirtschaft kamen zu dem Ergebnis, dass 86 bis 95 Prozent der im selben Jahr aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro nicht in neue Projekte flossen. Stattdessen wurden die Gelder genutzt, um Fehlbeträge im regulären Haushalt auszugleichen. Selbst von den geplanten 19 Milliarden Euro wurden nur etwa drei Viertel tatsächlich ausgezahlt.

Wirtschaftsprofessor Lars Feld kritisierte SPD, CSU und CDU scharf für das Missmanagement des Fonds. FDP-Chef Christian Dürr ging noch weiter und forderte Bundeskanzler Friedrich Merz auf, seine Schuldenpolitik vollständig aufzugeben. Merz hatte ursprünglich Reformen und Investitionen ohne neue Kreditaufnahme versprochen – doch nun wird ihm vorgeworfen, genau das Gegenteil zu tun: Schulden zu machen, ohne im Gegenzug die versprochenen Leistungen zu erbringen.

Die Grünen machen Merz und den SPD-Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil direkt für die Verschwendung der Mittel verantwortlich, die ihrer Ansicht nach an Sonderinteressen vergeben wurden. Ihre Verärgerung rührt daher, dass die vereinbarte Regelung gebrochen wurde, wonach der Fonds streng genommen nur für zusätzliche Ausgaben – und nicht zum Ausgleich fehlender Einnahmen – genutzt werden durfte.

Die Kontroverse wirft nun Fragen über die Zukunft des Sonderfonds auf. Da der Großteil der für 2025 vorgesehenen Mittel ihre Ziele verfehlte, wächst der Druck auf die Regierung, ihre Ausgabenentscheidungen zu rechtfertigen. Die Grünen, die sich einst für die Einrichtung des Fonds starkgemacht hatten, sehen sich nun mit dem Kampf konfrontiert, sicherzustellen, dass die verbleibenden Milliarden wie ursprünglich versprochen eingesetzt werden.

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