Warum wir heute in einer Flut von Meinungen ertrinken – und warum das niemandem auffällt
Sebastian VoigtWarum wir heute in einer Flut von Meinungen ertrinken – und warum das niemandem auffällt
Meinungen scheinen derzeit allgegenwärtig zu sein. Vom Nahostkonflikt über Windräder bis hin zu Ananas auf Pizza – der Autor wurde in der vergangenen Woche von einer unerbittlichen Flut davon überrollt. Es fühlt sich an, als wäre es mittlerweile ungewöhnlich, seine Gedanken für sich zu behalten.
Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren unablässig neue Standpunkte für den öffentlichen Konsum. Die Welt scheint einen unerschöpflichen Vorrat davon zu haben. Der Autor stellt sich sogar eine Welt vor, in der selbst die Natur – Schlafzimmer-Kakteen, Mücken und Sonnenblumen – das menschliche Verhalten kommentiert.
In diesem fiktiven Szenario sortiert das Mittelmeer Urlauber nach ihrem Benehmen. Derweil bleibt der Autor skeptisch gegenüber den Vorzügen achtsamen Atmens. Manche raten, in der Natur Trost zu suchen, weil sie nicht urteilt – doch der Autor schlägt scherzhaft ein System vor, das jeden auf nur drei Meinungen pro Tag beschränkt, wobei zusätzliche eine Genehmigung vom Rebstieglitz erfordern würden.
Eine Welt ohne Meinungen erscheint undenkbar. Der humorvolle Blick des Autors zeigt, wie tief sie in unserem Alltag verwurzelt sind. Ob von Menschen oder imaginären sprechenden Pflanzen – sie werden so schnell nicht verschwinden.
