Walgreens schließt lebenswichtige Apotheke in Chicago – Anwohner protestieren
Charlotte RichterWalgreens schließt lebenswichtige Apotheke in Chicago – Anwohner protestieren
Walgreens schließt Filiale im Chicagoer Stadtteil Chatham am 4. Juni 2023
Die Apotheke der Drogeriekette Walgreens im Stadtteil Chatham wird am 4. Juni 2023 ihre Türen für immer schließen. Jahrzehntelang versorgte der Standort die Anwohner mit Medikamenten und Alltagsprodukten – doch nun verlieren sie eine wichtige Anlaufstelle. Viele Bewohner kritisieren die Entscheidung scharf und bezeichnen die Apotheke als „Lebensader“, insbesondere für Menschen mit schweren Vorerkrankungen.
Als Grund für die Schließung nannte das Unternehmen steigende Diebstahls- und Gewaltvorfälle. Dennoch betonen Anwohner, dass die Filiale für Rezeptbelieferungen und den Einkauf von Grundnahrungsmitteln unverzichtbar sei. So ist etwa die 76-jährige Mutter von Darryl Smith, die eine Lungentransplantation hinter sich hat, auf die tägliche Medikamentenversorgung aus dieser Apotheke angewiesen. Auch Terrill Gardner, ein weiterer Transplantationspatient, bezieht dort seine lebensnotwendigen Arzneimittel.
Die nächstgelegene alternative Walgreens-Filiale liegt mehr als eineinhalb Kilometer entfernt – eine zehnminütige Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder ein 25-minütiger Fußmarsch pro Strecke. Walgreens kündigte an, die Rezepte der Kunden an benachbarte Standorte zu überweisen und für 90 Tage nach der Schließung eine kostenlose Lieferung anzubieten.
Forderungen nach Alternativen statt vollständiger Schließung Der Bezirksvertreter William Hall appellierte an das Unternehmen, die Entscheidung zu überdenken, und schlug vor, stattdessen Anpassungen vorzunehmen. Er verwies darauf, dass andere Walgreens-Filialen in Risikogebieten erfolgreich Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt hätten. Zudem regte Hall Gespräche mit der Konkurrenz Drogeriekette CVS an, um die entstehende Versorgungslücke möglicherweise zu schließen.
Für Betroffene wie Smith und Gardner wird die Beschaffung lebenswichtiger Medikamente durch die Schließung deutlich erschwert. Die kostenlose Rezeptlieferung ist auf drei Monate begrenzt – danach müssen sie weite Wege auf sich nehmen. Die Gemeinschaft wartet nun darauf, ob Walgreens oder ein anderer Anbieter auf ihre Sorgen eingehen wird.






