Urteil im Fall Ella Mae Begay: Verdächtiger wird nach drei Jahren Ungewissheit verurteilt
Charlotte RichterUrteil im Fall Ella Mae Begay: Verdächtiger wird nach drei Jahren Ungewissheit verurteilt
Preston Henry Tolth, 26, wird an diesem Freitag wegen seiner Beteiligung am Verschwinden von Ella Mae Begay im Jahr 2021 verurteilt. Der Fall hat während der nationalen Aktionswoche für vermisste und ermordete indigene Menschen erneut Aufmerksamkeit erregt. Tolth bekannte sich schuldig, die 62-jährige Navajo-Älteste beraubt und ihren Pickup gestohlen zu haben.
Ella Mae Begay verschwand im Juni 2021 spurlos aus ihrem Zuhause in Sweetwater, Arizona. Bereits nach wenigen Tagen identifizierten Beamte der Navajo-Nation-Polizei und FBI-Agenten Tolth als Verdächtigen. Anfangs leugnete er jede Beteiligung, gestand später jedoch, Begay angegriffen und ihren Truck an sich genommen zu haben.
Eine überraschende Wende nahm der Fall, als ein Richter Tolths Geständnis für ungültig erklärte. Ein FBI-Agent hatte während des Verhörs Täuschungsmanöver angewandt, was die Beweislage der Anklage schwächte. Daraufhin einigten sich die Bundesstaatsanwälte mit Tolth auf einen Vergleich, um einen Prozess zu vermeiden.
Laut der Vereinbarung drohen Tolth bis zu fünf Jahre Haft in einem Bundesgefängnis, wobei ihm drei bereits verbüßte Jahre angerechnet werden. Der Bundesrichter Douglas Rayes in Phoenix wird am Freitag entscheiden, ob er den Deal billigt.
Tolths Urteilsverkündung markiert einen Schritt in einem Fall, der seit drei Jahren ungelöst blieb. Begays Verschwinden wirft weiterhin ein Schlaglicht auf das größere Problem vermisster indigener Personen. Das Ergebnis der Anhörung am Freitag wird über die endgültige Haftstrafe Tolths entscheiden.






