10 May 2026, 16:30

Sudetendeutscher Tag in Brünn löst politische Spannungen zwischen Tschechien und Deutschland aus

Plakat für die Tschechoslowakische Republik (TSR) mit einem Mann in Hut und einer Frau in Kleidung, die vor einem Gebäude stehen, mit begleitendem Text.

Sudetendeutscher Tag in Brünn löst politische Spannungen zwischen Tschechien und Deutschland aus

Sudetendeutscher Tag findet erstmals zu Pfingsten in Brünn statt – und sorgt für Aufsehen

Zum ersten Mal wird der Sudetendeutsche Tag an diesem Pfingstwochenende in Brünn stattfinden. Die Veranstaltung hat in Tschechien eine Kontroverse ausgelöst, wobei sich die Regierung deutlich gegen ihre Abhaltung ausspricht. Außenminister Petr Macinka bezeichnete das Treffen in einem aktuellen Interview als „eine sehr bedauerliche Entwicklung“.

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Die tschechische Regierung hat ihre Haltung unmissverständlich klargemacht: Noch in dieser Woche soll eine parlamentarische Erklärung verabschiedet werden, die die Veranstaltung verurteilt. Macinka kritisierte Bernd Posselt, den Vorsitzenden des Sudetendeutschen Rates, weil dieser die Bedeutung des Treffens herunterspiele. Zudem brachte er Posselt mit einer NGO in Verbindung, die im Land kaum Glaubwürdigkeit genieße.

Macinka betonte, dass sich seine Ablehnung nicht gegen Deutschland als solches richte. Er hob die engen bilateralen Beziehungen zwischen Prag und Berlin hervor und versicherte, der Streit sei von der Gesamtbeziehung zwischen beiden Ländern zu trennen. Dennoch zweifelte er daran, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Alexander Dobrindt ihren Besuch in Brünn genießen würden.

Die öffentliche Reaktion in Tschechien fällt gemischt aus. Während die Mehrheit der Bevölkerung dem Treffen gleichgültig gegenübersteht, äußern vor allem ältere Generationen und einige Politiker scharfe Kritik.

Trotz des offiziellen Widerstands wird der Sudetendeutsche Tag wie geplant in Brünn stattfinden. Mit der Teilnahme hochrangiger deutscher Politiker wie Söder und Dobrindt ist weiterhin zu rechnen. Ungewiss bleibt, welche Auswirkungen die Veranstaltung auf die deutsch-tschechischen Beziehungen haben wird – die Behörden versichern jedoch, dass die weitere Zusammenarbeit davon unberührt bleibe.

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