Streik in Sachsen-Anhalt: Lebensmittelarbeiter kämpfen für faire Löhne gegen Ost-West-Gefälle
Julian HartmannStreik in Sachsen-Anhalt: Lebensmittelarbeiter kämpfen für faire Löhne gegen Ost-West-Gefälle
Arbeiter in Sachsen-Anhalts Lebensmittelbranche streiken gegen Lohnungleichheit
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu Arbeitsniedergängen an zwei Standorten der Schwarz-Gruppe aufgerufen – bei Bonback in Halle und MEG in Weißenfels. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, um die Kluft zwischen Ost- und Westdeutschland zu schließen.
Am Montag begann bei Bonback im Star Park Halle Queis ein zweitägiger Streik. Das Unternehmen, ursprünglich unter dem Namen ARTIback bekannt, war vor zwei Jahren von der Schwarz-Gruppe übernommen und später umbenannt worden. Auch bei MEG, einer weiteren Schwarz-Tochter in Weißenfels, wird drei Tage lang die Arbeit niedergelegt.
Die Lohnunterschiede in Sachsen-Anhalt sind eklatant: Ungelernte verdienen zwischen 13,07 und 13,77 Euro pro Stunde, Fachkräfte kommen auf 16,00 bis 18,66 Euro. Monatslöhne liegen teilweise bei nur 900 Euro – ein Bruchteil dessen, was etwa in Bayern oder Nordrhein-Westfalen gezahlt wird, wo Lebensmitteltechniker über 54.000 Euro jährlich verdienen. Die Arbeitgeber lehnen eine Angleichung ab und bieten erst ab 2026 minimale Erhöhungen von 2 bis 2,8 Prozent.
Unter dem Motto "Reißt die Lohnmauer ein!" macht die NGG Druck. Sollten die Verhandlungen scheitern, sind weitere Streiks geplant. Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, hat sich bisher nicht zu dem Konflikt geäußert.
Die Proteste richten sich gegen eine seit Jahren bestehende Lohnungerechtigkeit. Da die Arbeitgeber substanzielle Zugeständnisse verweigern, pocht die NGG auf sofortige Maßnahmen. Das Ergebnis der Auseinandersetzung wird Tausende Beschäftigte in Sachsen-Anhalts Lebensmittelindustrie betreffen.






