Spokanes Pflichtverteidiger am Limit: Fallzahlen explodieren durch Camping-Verbot
Julian HartmannSpokanes Pflichtverteidiger am Limit: Fallzahlen explodieren durch Camping-Verbot
Spokanes Pflichtverteidiger kämpfen mit explodierenden Fallzahlen
Die öffentlichen Verteidiger in Spokane ächzen unter einer stetig wachsenden Arbeitsbelastung, nachdem die Fallzahlen aufgrund des neuen Camping-Verbots der Stadt stark angestiegen sind. Der Oberste Gerichtshof des Bundesstaates Washington hat nun eine drastische Reduzierung der Fälle pro Anwalt angeordnet – von derzeit 400 auf nur noch 120 bis zum Jahr 2036.
In den vergangenen Jahren bearbeiteten Spokanes Pflichtverteidiger zwischen 320 und 360 Fälle jährlich. Doch jüngste Entwicklungen, darunter die strengere Durchsetzung des Camping-Verbots sowie die Verfolgung von Bagatelldrogendelikten, haben die Arbeitslast weiter in die Höhe getrieben. Allein diese beiden Faktoren machen mittlerweile fast 30 Prozent des städtischen Fallaufkommens aus.
Die Entscheidung des Gerichtshofs bedeutet, dass die aktuelle Obergrenze von 400 Fällen pro Anwalt jährlich um 10 Prozent sinken muss, bis sie 2036 bei 120 liegt. Stadtvertreter warnen, dass die Erfüllung dieser Vorgabe Spokane zwingen könnte, die Größe des Öffentlichen Verteidigerbüros nahezu zu verdreifachen – ein Schritt, der die Steuerzahler Millionen kosten würde. Bereits in diesem Jahr musste die Behörde über 160 Fälle wegen Personalknappheit abweisen.
Im November erhöhte der Stadtrat das Budget des Büros für 2025–26 von 6,3 auf 6,5 Millionen Pfund. Dennoch bearbeitet die Behörde derzeit rund 200 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gehälter der Pflichtverteidiger in Spokane liegen zwischen 56.000 und 94.000 Pfund, doch die finanziellen Herausforderungen einer personellen Aufstockung bleiben ein zentrales Problem.
Die Gerichtsentscheidung zwingt Spokane nun, entweder deutlich mehr Anwälte einzustellen oder riskieren, rechtliche Verpflichtungen nicht erfüllen zu können. Angesichts steigender Fallzahlen und begrenzter Mittel steht die Stadt in den kommenden Jahren vor der schwierigen Aufgabe, Gerechtigkeit und Haushaltsdisziplin in Einklang zu bringen.






