Schwarzwald plant einzigartiges Dorf-Hotel nach italienischem Vorbild
Julian HartmannSchwarzwald plant einzigartiges Dorf-Hotel nach italienischem Vorbild
Ein neues Tourismusprojekt nimmt im Schwarzwald Gestalt an: Ein ganzes Dorf soll zu einem einzigartigen Hotel werden. Die Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) und die Compass Tourismus Partner eG (co:compass) treiben die Suche nach einem passenden Ort voran. Inspiriert vom italienischen Konzept des "Albergo Diffuso" sollen Gästezimmer nicht an einem zentralen Standort, sondern verteilt auf mehrere Gebäude untergebracht werden.
Voraussetzung ist ein eng zusammenliegender Gebäudekomplex, bei dem alle Unterkünfte maximal 400 Meter voneinander entfernt sind. Dass das Modell funktioniert, haben andere Orte bereits bewiesen: 2017 verwandelte sich das schweizerische Corippo mit nur 14 Einwohnern erfolgreich in ein "Albergo Diffuso". Noch jünger ist das Beispiel Grengiols, ein weiteres Schweizer Dorf mit rund 400 Bewohnern, das 2024 sein eigenes Projekt unter dem Namen "Poort an Poort" startete.
Ziel der Schwarzwald-Initiative ist es, Dorfkerne zu beleben, leerstehende Häuser zu nutzen und den Austausch zwischen Touristen und Einheimischen zu fördern. Bisher haben drei Gemeinden offizielle Bewerbungen eingereicht, fünf weitere zeigen großes Interesse. Die Verantwortlichen betonen, wie wichtig die Unterstützung vor Ort ist: Jeder Bewerber muss nachweisen, dass das Projekt auf breite Zustimmung in der Bevölkerung stößt.
Die Ausschreibungsfrist läuft noch bis zum 30. März. Bis Ende April soll entschieden werden, welches Dorf teilnehmen darf. Bei Erfolg würde der ausgewählte Ort in die Reihe europäischer Standorte aufgenommen, die mit diesem Modell Tourismus und Gemeinschaftsleben stärken. Das Projekt könnte einen innovativen Weg bieten, ländliches Kulturgut zu bewahren und gleichzeitig Besucher anzuziehen. Nun prüfen die Organisatoren die eingegangenen Bewerbungen, bevor sie Ende April ihre Wahl bekannt geben.






