Schnitzer warnt vor sozial ungerechten Flugsubventionen und fordert Anpassung der Urlaubspläne
Charlotte RichterSchnitzer warnt vor sozial ungerechten Flugsubventionen und fordert Anpassung der Urlaubspläne
Monika Schnitzer, Vorsitzende des deutschen Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, hat sich gegen staatlich subventionierte Flugpreisnachlässe für Sommerurlaube ausgesprochen. Die kürzlich beschlossene Spritpreisbremse bezeichnete sie als einen „großen und sozial ungerechten Fehler“ und warnte zugleich vor weiteren volkswirtschaftlichen Risiken.
Schnitzer betonte, dass hohe Energiepreise als notwendiges Warnsignal für Knappheit fungierten. Sie rief Verbraucher dazu auf, ihre Reisepläne anzupassen, und sagte voraus, dass schrumpfende Kerosinvorräte zu einem Rückgang des Flugverkehrs führen könnten. Dies könnte die Menschen dazu veranlassen, ihre Urlaubsgewohnheiten grundlegend zu überdenken.
Entschieden lehnte sie es ab, neue Schulden für die Finanzierung von Sommerreisen aufzunehmen. Stattdessen schlug sie maßnahmen zur Drosselung der Nachfrage vor, etwa ein generelles Tempolimit oder autofreie Sonntage. Gleichzeitig warnte sie, dass steigende Energiekosten zu Lohnforderungen führen könnten, was die Europäische Zentralbank möglicherweise zu Zinserhöhungen veranlassen würde.
Die Ökonomin verwies zudem auf geopolitische Gefahren und warnte vor wirtschaftlichen Folgen, falls die Straße von Hormus blockiert werde. Sie machte deutlich, dass neue Flugsubventionen das Problem nur verschärfen würden.
Schnitzers Position lehnt kurzfristige Lösungen wie Spritrabatte oder schuldenfinanzierte Reisehilfen ab. Ihre Warnungen umfassen alles – von Lohn-Preis-Spiralen bis zu geopolitischen Verwerfungen. Der Fokus, so ihre Forderung, müsse darauf liegen, sich an höhere Kosten anzupassen, statt auf Subventionen zu setzen.






