Sächsischer Landesfrauenrat steht nach kollektivem Rücktritt vor dem Aus
Julian HartmannSächsischer Landesfrauenrat steht nach kollektivem Rücktritt vor dem Aus
Die gesamte Führung des Sächsischen Landesfrauenrats ist angesichts wachsender Kontroversen zurückgetreten. Vorwürfe wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten, Verbindungen zu linksextremen Kreisen und der Ausschluss eines CDU-nahen Mitglieds lösten den kollektiven Rücktritt aus. Der Rat, der die Frauenverbände in der Region koordiniert, steht nun vor einer ungewissen Zukunft, während Ermittlungen drohen.
Die Krise begann, als Alexa von Künsberg, ein CDU-verbundenes Vorstandsmitglied, Bedenken gegenüber der Arbeit des Rats äußerte. Sie behauptete, von der E-Mail-Korrespondenz ausgeschlossen und der Zugang zu den Büroräumen verweigert worden zu sein. Künsberg stellte zudem die Verwendung von 50.000 Euro für ein Vernetzungsprojekt infrage – sie vermutet, die Gelder seien stattdessen für eine polnische Kampagne für Abtreibungsrechte oder Personalausgaben zweckentfremdet worden.
Der Rat hatte bereits einen Antrag auf Künsbergs Abberufung an das Sächsische Staatsministerium für Soziales weitergeleitet, das von Petra Köpping (SPD) geleitet wird. Ministeriumsvertreter, die über den Konflikt informiert waren, planten, sie aus dem Vorstand abzuberufen. Daraufhin forderte Künsberg eine Prüfung der Finanzgebarung des Rats, woraufhin das Ministerium die Sächsische Landesdirektion einschaltete.
Weitere Vorwürfe kamen auf: Dem Rat wurde vorgeworfen, mit linksextremen Gruppen zusammengearbeitet und Künsbergs Arbeit gezielt behindert zu haben. Diese Anschuldigungen erhöhten den Druck auf die Führungsspitze, die schließlich geschlossenermaßen zurücktrat.
Die Rücktritte hinterlassen den Landesfrauenrat ohne Führung, während die Behörden seine Finanzgeschäfte unter die Lupe nehmen. Die Beteiligung des Ministeriums und die anstehende Prüfung werden zeigen, ob öffentliche Mittel veruntreut wurden. Bis auf Weiteres ruhen die Aktivitäten des Rats, während die Vorwürfe untersucht werden.






