26 March 2026, 12:37

Russland führt ganzjährige Wehrpflicht ein – was sich 2026 für Rekruten ändert

Ein russisches Militärabzeichen mit einem zentralen roten Stern und umgebendem Text.

Russland führt ganzjährige Wehrpflicht ein – was sich 2026 für Rekruten ändert

Russland führt ein ganzjähriges Wehrpflichtsystem ein und vollzieht damit eine grundlegende Reform seiner Musterungspraxis. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete das entsprechende Gesetz am 4. November, das die bisher saisonale Einberufung durch einen kontinuierlichen Prozess über das gesamte Kalenderjahr ersetzt. Die Umstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verteidigungsministerium die jüngste Herbstmusterung abgeschlossen hat – dabei wurden 135.000 Rekruten in den Dienst einberufen.

Das vom Verteidigungsministerium am 11. November eingebrachte Gesetz war bereits im Oktober 2025 von der Staatsduma formal verabschiedet worden. Es ermöglicht die Einberufung vom 1. Januar bis zum 31. Dezember und löst damit die bisherigen zwei jährlichen Einberufungszyklen ab. Reservisten bleiben jedoch von den neuen Regelungen ausgenommen.

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Am 29. Dezember erließ Putin den ersten Ukas zur Umsetzung des ganzjährigen Systems und ebnete so den Weg für die vollständige Einführung im Jahr 2026. Die Änderung folgt auf den kürzlichen Abschluss der Herbstmusterung, bei der 135.000 Wehrpflichtige zu den Streitkräften und anderen Militäreinheiten einberufen wurden.

Das Gesetz sieht zudem Sonderregelungen für IT-Fachkräfte vor. Personen zwischen 18 und 30 Jahren mit spezifischen technischen Fähigkeiten, wie sie vom Ministerium für digitale Entwicklung definiert werden, können von der Wehrpflicht befreit werden. Voraussetzung dafür ist, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten mindestens elf Monate in einem akkreditierten IT-Unternehmen beschäftigt waren oder innerhalb eines Jahres nach ihrem Studienabschluss eine Anstellung finden. Arbeitgeber sind nun verpflichtet, lokale Wehrersatzbehörden innerhalb von fünf Tagen zu informieren, falls ein IT-Mitarbeiter mit Aufschub entlassen wird.

Zusätzlich hat die Regierung die Kündigungsfrist für IT-Beschäftigte mit Wehrpflichtbefreiung verkürzt. Arbeitgeber müssen nun nur noch eine Frist von fünf Tagen einhalten – bisher waren zwei Wochen vorgeschrieben.

Die Umstellung auf die ganzjährige Wehrpflicht tritt 2026 vollständig in Kraft und verändert damit die Rekrutierungspraxis der russischen Streitkräfte grundlegend. IT-Spezialisten mit anerkannten Qualifikationen bleiben zwar von der Einberufung befreit, unterliegen jedoch strengeren Meldepflichten hinsichtlich ihres Beschäftigungsstatus. Die Änderungen folgen auf den letzten Einberufungszyklus des Verteidigungsministeriums, bei dem 135.000 neue Rekruten ihren Dienst antraten.

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