02 April 2026, 10:03

Rückgang kasachischer Spätaussiedler in Deutschland erreicht historischen Tiefstand

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Rückgang kasachischer Spätaussiedler in Deutschland erreicht historischen Tiefstand

Die Zahl der kasachischen Spätaussiedler, die nach Deutschland kommen, ist in den letzten 15 Jahren stark zurückgegangen. Anfang der 2000er-Jahre wanderten noch Zehntausende pro Jahr ein, doch 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes, nur noch 1.079 registriert. Dieser Rückgang spiegelt einen größeren Trend bei der Migration aus ehemaligen Sowjetrepubliken nach Deutschland wider.

In den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er verzeichnete Deutschland einen stetigen Zuzug von Spätaussiedlern aus Kasachstan und anderen Nachfolgestaaten der UdSSR. Auf dem Höhepunkt kamen jährlich über 38.000 kasachische Migranten an. Bis 2010 sank diese Zahl jedoch drastisch auf nur noch 508.

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Der Rückgang ist vor allem auf strengere Aufnahmekriterien und reduzierte Kontingente zurückzuführen, die 2005 eingeführt und 2010 weiter verschärft wurden. Auch die verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen in Kasachstan und anderen Herkunftsländern machten eine Auswanderung weniger attraktiv. Dennoch gab es 2024 einen leichten Anstieg: Rund 2.546 kasachische Spätaussiedler wurden registriert.

Friedland in Niedersachsen bleibt das zentrale Aufnahmelager für diese Gruppe. 2025 verzeichnete die Einrichtung insgesamt 4.238 Spätaussiedler, darunter 1.079 aus Kasachstan. Weitere kamen aus Russland (2.562), der Ukraine (381) und Kirgisistan (80). Das Lager koordiniert zudem Integrationsmaßnahmen wie Sprach- und Orientierungskurse.

Im selben Jahr wurden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler geprüft, doch nur 3.700 wurden bewilligt – die niedrigste Quote seit über einem Jahrzehnt.

Der Rückgang der kasachischen Spätaussiedler ist sowohl auf politische Änderungen als auch auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen in ihren Herkunftsländern zurückzuführen. Mit weniger Neuankömmlingen und strengeren Genehmigungsverfahren hat sich die Rolle Friedlands als zentrale Aufnahmeeinrichtung an ein deutlich geringeres Aufkommen angepasst. Die Zahlen von 2025 bestätigen diesen langfristigen Trend.

Quelle